Schleswig-Holstein

Montag, 31. Mai 2010
Leserbrief von Frau Dr. Happach-Kasan zum Beitrag "Und ewig lockt der Burger" in den LN vom 23./24. Mai 2010

Die These, „Fastfood wirkt wie eine Droge” suggeriert, die Verantwortung für eine ungesunde Ernährung liege beim Hersteller von Lebensmitteln. Das ist falsch. Für das, was wir essen, was wir auswählen, sind wir selbst verantwortlich und niemand anders. Wir haben es selbst in der Hand, was wir essen; wir sind keine Laborratten, die gefüttert werden. Unter der Überschrift „Wissen” wird über eine Verhaltensstudie, die mit Laborratten durchgeführt wurde, berichtet. Das macht neugierig. Aber was ist genau „Fastfood”? Ein Blick in die Originalstudie zeigt: Die Ratten waren mit einer insgesamt sehr süßen Diät gefüttert worden: Speck, Würstchen, Käsekuchen, Zuckerguss-Süßigkeiten und Schokolade. Das ist eine sehr ungesunde Mischung. Um das festzustellen, braucht man auch keine Rattenstudie. Die Tatsache, dass immer mehr Menschen Übergewicht haben, hat ihre Ursache nicht nur in zu kalorienreicher Nahrung sondern insbesondere darin, dass viele Menschen sich zu wenig bewegen. Ich habe vor wenigen Tagen einen Hundebesitzer gesehen, der im Auto vorneweg fuhr und seine Hunde hinterher laufen ließ. Der Trend zu Fertiggerichten nimmt zu. Dies geht einher mit der Beobachtung, dass in vielen Wohnungen teure Kücheneinrichtungen stehen, aber immer weniger Menschen kochen können. Die vorgeschlagene Ampelkennzeichnung für Lebensmittel ist keine Lösung. Wer sich für eine so ungesunde Nahrungsmittelauswahl wie die oben beschriebene Rattendiät entscheidet, wird sich durch rote Punkte auf den Lebensmitteln kaum davon abhalten lassen. Doch rote Punkte bekämen auch sehr gesunde Lebensmittel wie zum Beispiel naturbelassener Apfelsaft oder Matjesfilets. Deswegen ist eine sachliche Nährwertkennzeichnung ohne farbliche Bewertung besser, wie sie inzwischen auf sehr vielen Lebensmitteln zu finden ist. 

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Freitag, 4. Januar 2013
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