Ernährung

Montag, 26. April 2010
Happach-Kasan: Klebeschinken darf Verbrauchervertrauen nicht zerstören

Zur falschen Kennzeichnung von Lebensmitteln erklärt die
Sprecherin für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Christel HAPPACH-KASAN:

Ob bei Klebeschinken, Formfleisch oder Analog-Käse: Der Verbraucher hat ein
Recht darauf zu wissen, was er isst. Die Lebensmittelhersteller sind deshalb
gefordert, ihre Produkte deutlich zu kennzeichnen, damit hohe Qualität von
minderer unterschieden werden kann. Es ist ihre Aufgabe, Instrumente zu
entwickeln, um den schwarzen Schafen der Branche das Handwerk zu legen.
Dafür brauchen wir keine neuen gesetzlichen Regelungen sondern
verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Es muss im ureigensten
Interesse der Hersteller liegen, das große Vertrauen der Bürger in die
deutsche Lebensmittelindustrie und in die Qualität deutscher Lebensmittel zu
erhalten.

Die gesetzliche Lage ist eindeutig: "Nussschinken" oder "Lachsschinken" darf
ein Produkt nur heißen, wenn ganzes Muskelfleisch verwendet wurde. Wer
zusammengeklebtes Fleisch trotzdem unter einem anderen Namen verkauft,
begeht Verbrauchertäuschung. Dies kann und muss durch die
Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder beanstandet und sanktioniert
werden. Niemand darf sich durch falsche Kennzeichnung Wettbewerbsvorteile
gegenüber Produzenten erschleichen, die auf hochwertige Produktqualität
achten. Aber auch die Branche muss den Druck auf Unternehmen erhöhen, die
mit falschen Karten spielen. Auf eine Erweiterung der Formfleischdefinition
in der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission hinzuwirken, wie von der
Bundesregierung vorgeschlagen, ist ein richtiger Schritt. Diese Maßnahme
kann jedoch nur flankierend wirken. Hinzu kommen muss auch ein Umdenken bei
den Verbrauchern. Qualität ist nicht zum Nulltarif zu haben. Wer hochwertige
Produkte für sehr kleines Geld sieht, sollte nicht zugreifen, sondern
stutzig werden.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema