Grüne Gentechnik

Montag, 13. Dezember 2004
Leserbrief zum Beitrag 'Schleswig-Holstein bald gentechnikfreie Region?, KN 9. Dez. 2004

Bereits seit 1998 gibt es die Verordnung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, die ohne Verwendung gentechnischer Methoden hergestellt wurden. Aber diese Kennzeichnung hat keinerlei Bedeutung erlangt. Das Werkzeug Gentechnik findet breite Anwendung. Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln sind durch die Anwendung gentechnischer Methoden bei der Herstellung von Vitaminen und Lebensmittelzusatzstoffen gestiegen. Ernährungswissenschaftler schätzen, dass etwa zwei Drittel aller Lebensmittel in irgendeiner Weise mit Gentechnik in Berührung gekommen sind. Gentechnik in der Arzneimittel-herstellung ist Standard. Bei der Herstellung von Insulin, verschiedenen Herzmedikamenten und Impfstoffen hat sich die Gentechnik bewährt. Dänemark hat inzwischen sein Programm zur gentechnikfreien Schweinemast eingestellt, da Absatzschwierigkeiten auftraten. Vor diesem Hintergrund ist die Initiative 'gentechnikfreies Schleswig-Holstein' Augenwischerei. Käse, hergestellt mit gentechnisch produziertem Chymosin wird weiterhin bei uns verkauft werden. In den Regionen Deutschlands, in denen der Maiszünsler vorkommt, ist Bt-Mais eine gute Alternative zur Bekämpfung des Schadinsekts mit Insektiziden. Weniger Insektizide in der Natur und weniger gefährliche Pilzgifte im Mais bieten Vorteile für Natur und Mensch. Die Initiative 'gentechnikfreies Schleswig-Holstein' richtet sich insbesondere gegen unsere mittelständischen Pflanzenzuchtunternehmen, die in der Anwendung der Gentechnik zur Entwicklung neuer Pflanzensorten behindert werden. Inzwischen hat z. B. die NPZ (Norddeutsche Pflanzenzucht), das bedeutendste schleswig-holsteinische Pflanzenzuchtunternehmen, einen Teil seiner Forschungsabteilung nach Kanada verlagert, da dort die Forschungsbedingungen für das Arbeiten mit der Gentechnik besser sind als bei uns. Dort werden Freisetzungsversuche anders als in Deutschland nicht zerstört. Es sind Arbeitsplätze in Kanada geschaffen worden, die wir in Schleswig-Holstein dringend brauchen. So wird die Abwanderung qualifizierter und motivierter Wissenschaftler gefördert, der Abbau der Arbeitslosigkeit bei uns verhindert. Die Initiative richtet sich gegen unsere Wissenschaftler, die Weltspitze sind, wie die Auszeichnung von Prof. Dr. Christian Jung mit dem Leibniz-Preis gezeigt hat. Sie führt dazu, dass bei uns nicht produziert werden darf, was über den Import ganz selbstverständlich auf unseren Tellern landet: Lebensmittel, gekennzeichnet als GVO. In Deutschland sind inzwischen 18 Produkte auf dem Markt, mehr als in jedem anderen Land der EU.

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