NaWaRo / Wald

Freitag, 12. Februar 2010
Zwischen Tradition und Innovation - Happach-Kasan informiert sich über alternative Baustoffe

Innovation muss nicht immer bedeuten, ganz Neues zu schaffen. Es kann auch heißen, Altes wieder zu entdecken und an heutige Bedürfnisse anzupassen. So erfuhr Christel Happach-Kasan während ihres Besuchs im Architekturbüro Ziegert/ Roswag/ Seiler, dass ein uralter Baustoff eine Renaissance erfährt: Lehm. Wie kreativ mit Tradition umgegangen werden kann, zeigte schon die sehr schöne Innenraum-Gestaltung des Büros aus Holz und Lehm.

Damit wurde anschaulich, dass heutige Lehmbauten nicht mit den Hütten aus grauer Vorzeit zu vergleichen sind. Vielmehr haben Architekten und Ingenieure Wege gefunden, Lehm entsprechend seiner vorteilhaften Eigenschaften zeitgemäß einzusetzen. Auch eine anerkannte Ausbildung zum Lehmbauer gibt es mittlerweile. Diese ist so beliebt, dass aus der ganzen Welt junge Menschen nach Deutschland kommen, um hier die neue Bauweise mit dem alten Material zu lernen. „Deutschland gilt international als Lehmland“, erläutert Geschäftsführer Eike Roswag.

Sein Architekturbüro führt jedoch nicht nur Projekte in Deutschland durch, sondern ist auch international tätig. So entstanden eine Schule aus Bambus und Lehm in Bangladesch und Schulprojekte in Afrika. Happach-Kasan: „Entwicklungsarbeit, die sich auf örtliche Fertigkeiten und Gegebenheiten stützt, ist die einzig sinnvolle. Besonders unterstützenswert ist das Projekt hier, weil es im Ergebnis auch noch zu besserer Bildung führt.“

Besprochen wurden aber auch die Schwierigkeiten, die mit den innovativen Baustoffen zusammen hängen. So ist die Produktzulassung gerade für kleinere und mittlere Betriebe oft umständlich und teuer. „Dies verhindert Innovation und hemmt Entwicklung“, so Ziegert. Dabei sei das Bauen mit alternativen Baustoffen im privaten Bereich schon weit verbreitet. Öffentliche Bauträger hingegen haben noch Berührungsängste. „Ich setze mich schon seit Jahren für die Verwendung nachwachsender Baustoffe in der Architektur ein. Wir machen Fortschritte, aber es ist noch Luft nach oben. Effizientere Zulassungswege können dabei durchaus ein Hebel sein“, so Happach-Kasan. Bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand soll künftig die Verwendung von Holz stärkere Berücksichtigung finden. „Wann es jedoch den ersten öffentlichen Lehmbau geben wird, kann ich leider nicht sagen.“

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