Ernährung

Mittwoch, 16. Dezember 2009
„Solarstrom ist faszinierend, aber zu teuer”

Die FDP will den weiteren Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien. Das von der Europäischen Union formulierte Ziel, 20 Prozent erneuerbare Energien bis 2020, haben wir fest im Blick. Derzeit liegt der Anteil am Primärenergieverbrauch bei rund 8 Prozent. Es bleibt also noch viel zu tun.

Autor: Christel Happach-Kasan, FDP

Solarstrom fasziniert, weil die Energiequelle Sonne unbegrenzt zur Verfügung steht. Solarstrom hat jedoch den Nachteil, dass er zu den fluktuierenden Stromquellen gehört. Auch deshalb ist der vom Solarstrom geleistete Anteil an den erneuerbaren Energien derzeit vergleichsweise gering, die Kosten für die Stromkunden hingegen sind hoch. In der Vergangenheit sind die Kosten zwar bereits erheblich gesunken. Damit Solarstrom aber konkurrenzfähig zu anderen erneuerbaren Energiequellen wird, müssen die Kosten mittelfristig weiter durch verbesserte Techniken sinken.

Das wichtigste Instrument zur Förderung von Solarstrom ist zurzeit das Erneuerbare- Energien-Gesetz, kurz EEG. Es verpflichtet die Stromkonzerne, Strom aus erneuerbaren Energien in ihre Netze aufzunehmen. Im EEG wird politisch über die Festsetzung der Einspeisevergütung entschieden und damit darüber, was Solarstrom kostet und wie viel die Stromkunden am Ende zahlen müssen. Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, dass das EEG zum 1. Januar 2012 – also vorzeitig – novelliert wird. Die Vergütungssätze sollen angesichts des erzielten technischen Fortschritts, der deutlich gefallenen Preise für Solarmodule und um die Stromkunden nicht unnötig zu belasten, gesenkt werden.

Mit diesen Vorstellungen stehen wir im Übrigen nicht alleine da. Frank Asbeck, Chef des Solarkonzerns Solarworld, hat sich ebenso für eine Senkung der Einspeisevergütung ausgesprochen, wie auch das Rheinisch- Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung. Bei den Verhandlungen über die Novellierung des Gesetzes gilt es, einen fairen Kompromiss zu erzielen, der die Innovationskraft der Branche stärkt und die Stromkunden nicht über Gebühr belastet. Dabei darf nicht vergessen werden, dass eine zu hohe Einspeisevergütung die Akzeptanz erneuerbarer Energien gefährdet. Deswegen ist es richtig, dass das EEG bereits jetzt eine degressive Gestaltung der Förderung vorsieht.

Zum Jahreswechsel 2009 / 2010 wird die Einspeisevergütung für Neuinvestitionen um 9 beziehungsweise 11 Prozent gesenkt. Auch in Zukunft fördern Stromkunden mit den im Vergleich zu Strom aus konventionellen Kraftwerken überhöhten Preisen die technologische Weiterentwicklung der Solarenergie. 2008 ergab dies zusätzliche Kosten für erneuerbare Energien von knapp 9 Milliarden Euro. Auf Basis der bis Ende 2008 installierten Photovoltaikanlagen zahlen Stromkunden in den kommenden 20 Jahren rund 35 Milliarden Euro mehr, hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsförderung berechnet. Es ist darum nur gerecht, dass Stromkunden über die degressive Einspeisevergütung Anteil am technologischen Fortschritt haben, der von ihnen finanziert wurde. Für die effiziente Nutzung der fluktuierenden Stromquellen wird langfristig entscheidend sein, dass verbesserte Speichertechnologien zur Verfügung stehen. Es muss möglich sein, dass Strom aus fluktuierenden Quellen dann genutzt wird, wenn er gebraucht und nicht wenn er produziert wird. Dies würde die Marktposition deutlich stärken. Erst dann können auch höhere Marktpreise für Solarstrom erzielt werden.

Dieser Artikel erschien im Clean-Tech-Magazin. Sie finden ihn unter folgendem Link:

http://www.cleantech-magazin.de/ausgabe_02_2009/Cleantech_Magazin_02_2009.pdf

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema