Schleswig-Holstein

Donnerstag, 7. Januar 2010
Trotz Winterwetter: Volles Haus in Fredeburg beim 3-Königs-Treffen

Dreikönigstreffen in Fredeburg trotz Winterwetter mit Rekordbesuch

Das politische Jahr beginnt für die FDP-Bundestagsabgeordnete Dr.
Christel Happach-Kasan traditionell mit dem Dreikönigstreffen in
Fredeburg. Rund 130 Besucher füllten den Saal bis auf den letzten Platz.
Unter den Gästen konnte Happach-Kasan die Vizepräsidentin des
Schleswig-Holsteinischen Landtags, Anita Klahn, und den Vorsitzenden des
Sozialausschusses Christopher Vogt (beide FDP) begrüßen. Der Kreis
wurde durch Landrat Gerd Krämer und den Vorsitzenden der
FDP-Kreistagsfraktion, Dieter Ruhland sowie weitere Kreistagsabgeordnete
vertreten. Aus den Städten und Gemeinden waren die Bürgermeister Rainer Voss
(Ratzeburg), Harald Heuer (Lauenburg), Karl Bartels (Klempau), Heinz Hoch
(Grande), Dr. Eberhardt Laubach (Gudow), Christian Zernig (Basthorst) der
Einladung gefolgt.

In Ihrem Ausblick auf 2010 legte Happach-Kasan in diesem Jahr den
Schwerpunkt auf anstehende internationale Themen. Der Aufbau einer dem
deutsch-französischen Verhältnis vergleichbaren freundschaftlichen
Nachbarschaft mit Polen sei eine große Aufgabe. Außenminister Guido
Westerwelle habe ein wichtiges Zeichen gesetzt, als er vor allen anderen
Hauptstädten Warschau besuchte. Die Vertriebenen aus den heutigen
polnischen Westgebieten hätten eine große Versöhnungsleistung erbracht,
während Vertriebenenfunktionäre das Verhältnis zu Polen eher belasteten:
"Ich habe leider kein Vertrauen, dass der Verband der Vertriebenen die
Aufgabe, der Versöhnung zu dienen, mit dem nötigen Nachdruck verfolgt.",
kritisierte Happach-Kasan vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion
um die Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung". Die Versöhnung müsse im
Vordergrund stehen.

Der - so wörtlich - "Kriegseinsatz in Afghanistan" werfe die Kernfrage
auf: "Wie kann ein ziviler Aufbau in Afghanistan bewältigt werden, der
allen Menschen dort, Männern und Frauen, eine Zukunftsperspektive
eröffnet und welche Unterstützung durch Soldaten ist dafür
erforderlich? Wir werden im Kreis dazu eine Debatte beginnen. Die
Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, warum das
Parlament den Einsatz von Soldaten für nötig hält."

Mit einer Pointe warb Happach-Kasan für Ihr spezifisches Fachthema, die
Grüne Gentechnik: Jeder Gast fand an seinem Platz eine blaue Nelke vor.
Während die Basiszüchtung (eine weiße Nelke) in Stuttgart gezüchtet wurde,
wurde die blaue Farbe durch ein Petuniengen in Australien gentechnisch
hinzugefügt. Nach langwieriger Prüfung dürfe sie nun in der EU verkauft
werden - mit dem Zusatz: "Nicht zum Verzehr geeignet", erläuterte
Happach-Kasan unter dem Gelächter der Anwesenden.

Das herausragende Thema des Jahres 2010 ist der 20. Jahrestag der
Wiedervereinigung. Aus diesem Anlass hatte Happach-Kasan zwei Zeitzeugen
eingeladen, die über die Deutsch-Deutsche Grenze in der Wendezeit
berichteten. Polizeidirektor Erhard Riß, Leiter der Bundespolizei
Ratzeburg, und Leitender Polizeidirektor Bodo Kaping aus Bad Bramstedt
berichteten von den spannenden Entwicklungen des Wendejahres 1990 auf
beiden Seiten der Grenze: Kaping war 1989 Angehöriger der Volksmarine
der DDR und als Stabschef des Grenzschiffskommandos in Warnemünde tätig
gewesen.

Übereinstimmend berichteten sie von der völligen Überraschung durch die
Grenzöffnung. Auf beiden Seiten setzten die besonderen Umstände
traditionelle Mechanismen einer Truppe außer Kraft. "Es ist in einer
Armee nicht eben üblich, allein Entscheidungen zu treffen", sagte Kaping
nicht ohne Schmunzeln. So sei er eines Tages als NVA-Offizier nach Bad
Bramstedt gefahren, um mit dem dortigen Leiter über die Zukunft der
Seeüberwachung auf der Ostsee zu sprechen - lange bevor die Politik soweit
gewesen sei. Riß seinerseits berichtete über den langsamen Umdenkprozess zur
Erkenntnis, dass die ehemalige Grenze zur DDR keine mehr sei: "Wir sind noch
ein ganzes Jahr voll aufgerüstet Streife gefahren", verriet er.

Durch die Wiedervereinigung verlängerte sich die Deutsche Ostseeküste
erheblich - und überforderte die Kapazitäten des BGS (West) bei weitem.
Die Integration von Teilen der NVA in den BGS, für die Kaping erste
Schritte gegangen war, ist ein Stück Erfolgsgeschichte der
Wiedervereinigung, die so nicht zu erwarten gewesen war. Wie spannend dieser
Teil Deutscher Geschichte ist, zeigten die zahlreichen Nachfragen im
Anschluss an die beiden Berichte.

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