NaWaRo / Wald

Donnerstag, 10. Dezember 2009
Happach-Kasan: Deutschlands Wälder sind auf einem guten Weg

Zur Meldung "Deutschlands Wälder werden größer - und lichter" erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN:

Die Klimadiskussion hat unsere Wälder wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Das ist gut, denn Deutschland ist ein Waldland. Klima- und Artenschutz, sowie der Schutz des Grundwassers brauchen artenreiche Wälder. Deshalb ist der Erhalt der Wälder, ihrer Biodiversität und ihre nachhaltige Nutzung eine besondere Verpflichtung bei allen politischen Entscheidungen.

Nach den Ergebnissen der letzten Bundeswaldinventur hat Deutschland in der EU den höchsten Holzvorrat. Der durchschnittliche Holzvorrat pro Hektar beträgt 320 Kubikmeter. Damit liegt Deutschland europaweit nach Schweden und Österreich an dritter Stelle. Die Forderung nach einer drastischen Erhöhung des Holzvorrats ist völlig unrealistisch. Sie wäre weder erreichbar noch wünschenswert, denn niemand könnte diese Wälder ohne Gefahr für Leib und Leben betreten, die Erholungsnutzung wäre nicht mehr möglich.

Die Attraktivität des nachwachsenden Rohstoffs Holz hat zu einer Zunahme des Holzeinschlags geführt. Während vor zehn Jahren etwa 60% des jährlichen Zuwachses genutzt wurden, sind es inzwischen über 90 %. Damit ist jedoch die Nachhaltigkeit der Holznutzung nach wie vor gewährleistet. Sie bleibt ohne Einschränkung herausragendes Ziel der Forstwirtschaft. In Sturmjahren wie 2007, als der Sturm Kyrill in Deutschland wütete, über 30 Millionen Kubikmeter Holz dem Sturm zum Opfer fielen, wurde die Nachhaltigkeit über einen verminderten Einschlag gewährleistet.

Die Nutzung von Holz mit seinen herausragenden Materialeigenschaften ist eine wichtige Säule jeder auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaft. Deshalb haben Wirtschaft und Politik in der Charta für Holz eine stärkere Nutzung von Holz vereinbart. Die Einschränkung der Holznutzung in Deutschland führt zu einer Zunahme des Imports. Damit ist das Risiko verbunden, dass in anderen Regionen der Erde der Raubbau an Wäldern gefördert wird. Während in Österreich und Finnland Holz in der Bauwirtschaft eine herausragende Bedeutung hat, ist in Deutschland die Verwendung von Holz nach wie vor durch Regelungen eingeschränkt. Die FDP will Architekten und Ingenieure verstärkt mit der Nutzung von Holz vertraut machen.

Junge Wälder binden pro Jahr mehr Kohlenstoff als alte Wälder mit einer geringeren Wuchsleistung. Dennoch sind alte Wälder für den Erhalt der Artenvielfalt wichtig. Ziel muss es sein in der Waldbewirtschaftung einen ausgewogenen Mittelweg zu beschreiten, der die verschiedenen Bewirtschaftungsziele angemessen berücksichtigt. Die FDP befürwortet das Leitbild des multifunktionalen Waldes: Holzproduktion, Natur-, Klima- und Wasserschutz, naturnahe Erholung. In verschiedenen Regionen Deutschlands wird vorbildlich gezeigt, dass eine erwerbsorientierte Bewirtschaftung der Wälder bei Berücksichtigung der verschiedenen Schutzfunktionen möglich ist. Eine pauschale Vorgabe zum Nutzungsverzicht lehnt die FDP ab. Für einzelne Waldstücke kann ein Nutzungsverzicht im Interesse des Artenschutzes die beste Lösung sein.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema