Schleswig-Holstein

Dienstag, 17. November 2009
"Die Akropolis von Geesthacht" - Happach-Kasan kritisiert Vattenfall wegen Abrissplänen.

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan hat sich in einem Schreiben an den Sprecher der Geschäftsführung der Vattenfall Europe Nuclear Energy für den Erhalt des "Krümmeler Wasserturms" in Geesthacht eingesetzt.

Jährlich werden in Stockholm die Nobelpreise an Menschen vergeben, "die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“, so heißt es in der Stiftungsurkunde. Im Dezember werden die Nobel-Preise in Stockholm überreicht werden. Kein anderes Ereignis zieht in gleichem Umfang die Augen der Weltöffentlichkeit auf Schweden wie die Feierlichkeiten aus Anlass der Verleihung der Nobelpreise. Gleichwohl betreibt ausgerechnet der schwedische Staatskonzern Vattenfall in Geesthacht den Abriss des Krümmeler Wasserturms, des Wahrzeichens auf dem Geesthachter Elbhang, der die Dynamit-Fabrik von Alfred Nobel und ihre Nachfolger repräsentiert.   

Alfred Nobel, der Stifter des Nobelpreises, und der Standort des vom Schwedischen Staatskonzern Vattenfall betriebenen Kernkraftwerks Krümmel haben eine gemeinsame Wurzel. Das Kernkraftwerk Krümmel wurde auf dem Gelände der ehemaligen Dynamit-Fabrik von Alfred Nobel errichtet. Auf diesem Gelände wurde der Grundstein für das Vermögen gelegt, aus dessen Zinsen die Preisgelder des Nobelpreises stammen. Der Krümmeler Wasserturm ist weithin sichtbares Wahrzeichen des inzwischen bewaldeten Fabrikgeländes am Geesthang oberhalb der Elbe.

Diese gemeinsame Geschichte sollte für Vattenfall Verpflichtung sein, den Krümmeler Wasserturm zu erhalten. „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“, sagte Wilhelm von Humboldt. Es zeugt von einer gewissen Kaltschnäuzigkeit und von wenig Gespür für geschichtliche Zusammenhänge, wenn anlässlich eines Gerichtstermins der Prozessvertreter des Konzerns, dessen ablehnende Haltung mit der Aussage begründet, der Turm sei "nicht gerade die Akropolis". Wer als Vertreter der Eigentümer des Krümmeler Wasserturms die Akropolis zum Vergleichsmaßstab erhebt, sollte sich auch fragen, ob sein Verhalten den Maximen der Philosophie eines Sokrates entspricht."

"Ich kenne im Kreis zahlreiche große und kleine Unternehmen, die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für den Erhalt von Kulturdenkmälern gerecht werden und in guter Nachbarschaft mit ihren Städten und Gemeinden leben. Sie könnten ein Vorbild für  den 33.000-Mitarbeiter-Konzern aus Schweden sein, der in diesem Jahr für 8,5 Milliarden einen Energieversorger in den Niederlanden erwerben will. Was für Kleinunternehmen selbstverständliche Verpflichtung ist, gilt auch für Staatskonzerne: Eigentum verpflichtet. Der Erhalt des Krümmeler Wasserturms und der Verzicht auf die gerichtliche Auseinandersetzung wäre ein guter Einstieg in eine den Menschen in der Region zugewandte Firmenpolitik. Ich bin sicher, dass für den Krümmeler Wasserturm ein tragfähiges Nutzungskonzept erarbeitet werden kann."

 

Bericht in den LN:

http://www.ln-online.de/regional/lauenburg/2690320/Mit_Sokrates_alten_Wasserturm_retten.htm

 

 

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