Schleswig-Holstein

Dienstag, 10. November 2009
Leukämie in der Elbmarsch

Die Elbmarsch südlich Lauenburg und Geesthacht ist eine ländliche Region mit dem herben Charme Norddeutschlands. Wer auf dem Fahrradweg stromab dem Elbdeich folgt, blickt in eine weite Landschaft. Auf der nördlichen Seite der Elbe säumt das bewaldete hohe Elbufer den Fluss. Nur Lauenburg und Geesthacht unterbrechen den grünen Saum und lehnen sich an das steile Ufer an. In Lauenburg fällt der Blick auf den Kirchturm, kurz vor Geesthacht auf das Kernkraftwerk Krümmel. Der Krümmeler Wasserturm ist ein Wahrzeichen. Er erinnert an das Wirken Alfred Nobels, der dort das Geld für die Nobel-Stiftung verdiente, die in jedem Jahr die Nobelpreise verleiht. In den Jahren 1989 bis 1991 erkrankten in der südlichen Elbmarsch sechs Kinder an Leukämie, bis heute sind nach Angaben des Kinderkrebsregisters in Mainz 18 Kinder unter 15 Jahren in der Region an Leukämie erkrankt. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurden Fachkommissionen eingesetzt, um die Ursache für erhöhte Erkrankungsrate herauszufinden. Die von ihnen in 15 Jahren erarbeiteten Ergebnisse sind unbefriedigend. Die mit der Einsetzung der Kommissionen geweckten Erwartungen vieler Menschen sind nicht erfüllt worden. Es ist noch immer offen, ob es überhaupt möglich ist, die Ursachen dieser Leukämieerkrankungen herauszufinden. Es ist aber auch offen, ob die richtigen Fragen gestellt wurden. Die in der Region erkrankten Kinder haben wie auch alle anderen an Leukämie erkrankten Kinder Anspruch darauf, dass ihre Krankung ernst genommen wird. Die Erforschung der Ursachen der Krankheit muss im Mittelpunkt der Forschung stehen. Das bei allen, ob Politikern oder Wissenschaftlern ebenfalls vorhandene Interesse an energiepolitischen Fragestellungen – für oder gegen die Nutzung der Kernkraft - muss zurückgestellt werden.

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