Fischerei

Donnerstag, 5. November 2009
Happach-Kasan: FDP für Aalschutz - Hobbyangler nicht verantwortlich für Rückgang der Aalbestände

Zur Forderung, den Aalbestand durch eine Einschränkung der Sportfischerei zu schützen, erklärt die Fischereiexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Der europäische Aal ist in seinem Bestand gefährdet. Das ist lange bekannt. Deshalb wurde unter der deutschen Ratspräsidentschaft in der EU die "Verordnung mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestands des Europäischen Aals", (EG Nr. 1100/2007) verabschiedet. Der Schutz des Europäischen Aals muss dort ansetzen, wo die Gefährdung am größten ist: Das ist der Export der Glasaale nach China, ihr Verzehr als Delikatesse in Spanien und Frankreich sowie der Verbau der Flüsse und das Häckseln der Aale in Wasserkraftanlagen. Deshalb verpflichtet die EU-Verordnung die Länder der EU, die Abwanderung der laichreifen Blankaale so zu verbessern, dass mindestens 40% Nordsee und Atlantik erreichen. Weiter sollen mindestens 60% des Glasaalaufkommens für den Gewässerbesatz zur Verfügung stehen. Wer jetzt den Hobbyanglern den Aalfang verbieten will und meint, damit den Sündenbock benannt zu haben, hat die wirklichen Probleme nicht erkannt. Die Sportfischer schützen durch Gewässerpflege und Aalbesatz die Aal-Bestände und müssen bei ihrer Arbeit unterstützt statt behindert werden. Ihnen das Angeln von Aalen zu verbieten, wird auch dazu führen, dass sie weder Aalbesatz noch die Renaturierung von Gewässern durchführen werden. Im Übrigen fischt der Kormoran in etwa die gleiche Menge an Fisch wie Hobbyangler und Berufsfischer gemeinsam den Gewässen entnehmen, (s. Antrag „Fischartenschutz fördern - vordringliche Maßnahmen für ein Kormoranmanagament”, BT-Drs. 16/3098) Oberste Priorität zum Schutz des Aals muss deshalb eine Umrüstung von Wasserkraftwerken und ein Umdenken bei der Förderung von wenig effizienten, für den Aal aber tödlichen Kleinwasserkraftanlagen haben. Auch muss das Aalmanagement konsequent durchgeführt werden. Die Stromerzeugung in Wasserkraftanlagen wird in Deutschland durch das Energieeinspeisungsgesetz (EEG) gefördert. Wasserkraftanlagen an Strömen wie Elbe oder Weser sind jedoch nur zu rechtfertigen, wenn durch Schutzmaßnahmen wie Fischtreppen, Fischpässe, Rechen zum Versperren des Turbinenkanals ein sehr hoher Anteil die Anlagen lebend und unverletzt passieren kann. Hier wollen wir die Ökobilanz verbessern. 90% des Stroms wird in den 355 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 1 Megawatt produziert, die restlichen zehn Prozent in 7 345 Kleinanlagen, (.s. kleine Anfrage: Maßnahmen gegen das Aalsterben, verbesserte Bedingungen für die Aalwanderung", BT-Drs. 16/12874). Angesichts des extrem geringen Beitrags dieser Anlagen zur Energieversorgung und den hohen ökologischen Schäden, die der Gewässerverbau verursacht, sollte das EEG hinsichtlich der Förderung von Strom aus Wasserkraftanlagen novelliert werden. Es darf kein weiterer Anreiz zum Aus- und Neubau dieser kleinen Wasserkraftanlagen geschaffen werden. Die Minderung der Mortalität der Blankaale hat im Interesse des Artenschutzes Vorrang vor der Stromproduktion in kleinen Wasserkraftanlagen. Es ist unglaubwürdig, den Artenrückgang zu beklagen und gleichzeitig Maßnahmen über das EEG zu fördern, die den Artenschwund verstärken, den Lebensraum für wandernde Tierarten einschränken. Von den Wasserkraftanlagen sind in ähnlicher Weise wie der Aal andere wandernde Fischarten wie Lachs, Stör, Flussneunauge und andere Wasserlebewesen betroffen. Weitere Informationen: Antrag der FDP Bundestagsfraktion „Fischartenschutz fördern - vordringliche Maßnahmen für ein Kormoranmanagement”, BT-Drs. 16/3098: http://happach-kasan.de/?seite=search&newsid=668&suche=fischartenschutz&ergebnis=4 Kleine Anfrage der FDP Bundestagsfraktion „Maßnahmen gegen das Aalsterben, verbesserte Bedingungen für die Aalwanderung", BT-Drs. BT-Drs. 16/12874 http://happach-kasan.de/?seite=search&newsid=1256&suche=kormoran&ergebnis=1

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