Grüne Gentechnik

Freitag, 2. Oktober 2009
Happach-Kasan: Nulltoleranz schadet der Landwirtschaft und nützt niemandem

von gentechnisch verändertem Raps in Senfkörnern aus den USA erklärt die Agrarexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan: wiederholten Mal ist in Deutschland eine Lieferung von Lebens- bzw. Futtermitteln aus dem Verkehr gezogen worden, weil Spuren einer in der EU nicht zugelassenen Sorte gefunden wurden. In diesem Fall betraf es eine Lieferung Senfkörner, die Spuren von Raps einer in der EU für den Anbau nicht zugelassenen Rapssorte enthielt. Zuvor waren 6 Schiffsladungen mit Soja betroffen gewesen, die aufgrund von Spuren einer in der EU nicht zugelassenen Sorte blockiert wurden. Auch Leinsamen aus Kanada sorgte für Aufregung. Grundlage ist die so genannte Nulltoleranz. Geringste Spuren von in der EU nicht zugelassenen Sorten haben zur Folge, dass solche Lebens- und Futtermittel in der EU nicht verkehrsfähig sind, auch wenn Sicherheitsbewertungen deren Eignung als Lebens- und Futtermittel bestätigen. Ein weiteres Problem ist das Fehlen von Schwellenwerten für Verunreinigungen im Saatgut. Beharren der EU auf dieser Rechtsposition ist für den Verbraucherschutz ohne Bedeutung, für Unternehmen der Lebens- und Futtermittelbranche erzeugt sie höhere Kosten, ist verantwortlich für höhere Verbraucherpreise. Die zurzeit geltende Nulltoleranz bei Lebens- und Futtermitteln ist nicht mehr zeitgemäß und sollte durch einen Schwellenwert, wie er in der EU bis 2007 gegolten hat und wie er in der Schweiz erst kürzlich eingeführt wurde, ersetzt werden. Die Beibehaltung der Nulltoleranz beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft. Während  EU-Nachbarländer wie Dänemark und die Niederlande, zur Aufgabe der Nulltoleranz drängen, zeigt sich Deutschland hier noch zu zögerlich. Die Beibehaltung der Nulltoleranz ist ein Beschäftigungsprogramm für Labore, sonst nützt sie niemand.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema