Schleswig-Holstein

Donnerstag, 24. September 2009
„Der Störfall heißt Trauernicht”

Zur Meldung aus Geesthacht, das Aufsichtsamt von Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) soll im Juli doch unmittelbar über die Schnellabschaltung des Reaktors im Atomkraftwerk Krümmel informiert worden sein, erklärt die lauenburgisache Bundestagsabgeordnete Christel Happach-Kasan (FDP):

 

„Der Störfall heißt Trauernicht“

 

„Die Reaktorschnellabschaltung des Kernkraftwerkes Krümmel nach einem Trafo-Kurzschluss ist dem Kieler Sozialministerium als zuständiger Aufsichtsbehörde nicht, wie behauptet, verspätet bekannt geworden. Die angeblich verspätete Information der Aufsichtsbehörde über die Reaktorschnellabschaltung hatte damals ganz Deutschland in Aufruhr versetzt. Doch sie war in Wirklichkeit eine gezielte Desinformation der zuständigen SPD-Ministerin Trauernicht. In einem Schreiben an den Geesthachter Fachdienst Umwelt räumt das Ministerium ein, dass die Atomaufsicht zu jeder Zeit über die Schnellabschaltung des Reaktors informiert war – ohne die vielfach genannte zeitliche Verzögerung von bis zu 40 Minuten.

 

Auch in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der Deutschen Bundestages, die wegen dieses Ereignisses am 26. August in Berlin stattfand, wurde weder von Seiten der Bundes- noch der Landesregierung dargestellt, dass die Atomaufsicht durch die Fernüberwachung zu jeder Zeit über die Situation im Kernkraftwerk Krümmel informiert war.

 

„Der SPD-Ministerin ging es bei ihrer gezielten Desinformation nicht um die Sicherheit der Bevölkerung – im Gegenteil: Die Menschen sollten weiter verunsichert werden, um so das politische Klima gegen den Betrieb des Kernkraftwerkes anzuheizen. Sie hat ihr Amt missbraucht. Angesichts dieser Tatsachen verbietet sich jede Kritik am Rauswurf der Ministerin durch den Ministerpräsidenten. „Wer selbst unzuverlässig ist, kann die Zuverlässigkeit eines Kraftwerksbetreibers wohl kaum überprüfen.“

 

Wie alle Kernkraftwerke in Deutschland, so wird auch das KK Krümmel von der zuständigen Aufsichtsbehörde fern überwacht. Dabei werden neben wichtigen Betriebsdaten des Kraftwerkes auch aktuelle Messwerte über die Strahlenbelastung der Umgebung vollautomatisch und in Echtzeit an die Aufsichtsbehörde übermittelt. Eine Reaktorschnellabschaltung ist deshalb in Kiel unmittelbar aus den übermittelten Daten erkennbar. Das Ministerium bestätigte der Stadt Geesthacht, dass die Überwachung im Juli „100 % verfügbar“ war.

 

„Weder ein Transformatorschaden, noch eine Reaktorschnellabschaltung stellen ein wirkliches Sicherheitsrisiko dar, wohl aber eine Ministerin, deren Verhalten nur zwei Deutungen zulässt: Entweder Frau Trauernicht  hat wichtige Daten der Fernüberwachung und damit eine wichtige Sicherheitsfunktion ignoriert. Oder Sie hat sie absichtlich verschwiegen, weil es ihr politisch genehm war. In beiden Fällen heißt der Störfall: Trauernicht.

 

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