Ernährung

Dienstag, 18. August 2009
Leserbrief zum Beitrag „Das Kreuz mit dem Rucola” in der FAZ vom 18. August 2009

Nach dem Fund des giftigen Kreuzkrautes in einer Salatpackung haben deutsche Rucola-Bauern mit erheblichen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Die betroffenen Landwirte müssen sich nichts vorwerfen. Sie sind Opfer der verfehlten Verbraucherschutzpolitik von Ministerin Ilse Aigner und ihrem Vorgänger Horst Seehofer.


Schon im Jahr 2007 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer ausführlichen Stellungnahme auf die Gefährdung von Mensch und Tier durch Greiskräuter, zu denen auch das Kreuzkraut gehört, aufmerksam gemacht. Anlass war damals ebenfalls der Fund von Blättern des Kreuzkrauts in Salat. Die Bundesregierung hat gleichwohl nicht gehandelt. Es wäre die Aufgabe des Ministeriums gewesen, die Gartenbaubetriebe auf die Gefahren hinzuweisen, die von Greiskräutern ausgehen. Nur wer die Gefahr kennt, kann auch Gegenmaßnahmen ergreifen. Aigners Rat an die Verbraucher, den Salat vorsorglich zu waschen, zeugt von Unkenntnis und Naivität. Jeder wäscht seinen Salat, aber giftige Blätter werden so nicht entfernt. Verbraucherschutz darf nicht in Ritualen erstarren. MON810 wird entgegen wissenschaftlicher Erkenntnis verboten, weil einflussreiche Verbände dies wollen, giftige Blätter im Salat werden hingegen gar nicht als Thema erkannt.
 
Ich habe Ministerin Aigner in einem Brief aufgefordert, in das Untersuchungsprogramm des Lebensmittelmonitorings den Giftstoff dieser Pflanzen, ein Pyrrolizidinalkaloid aufzunehmen. Der für Arzneimittel bereits geltende Grenzwert sollte auf Salate und Kräutertees ausgedehnt werden, die Greiskräuter, Gattung Senecio, sollten in die im Umweltministerium geführte Liste der Giftpflanzen aufgenommen werden. Verschiedene Bundesländer (Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein) haben bereits ein Faltblatt zur Information über das giftige Jakobskreuzkraut herausgegeben, das Weidetiere gefährdet. Nur die Bundesregierung glänzt durch Nichtstun.

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