NaWaRo / Wald

Mittwoch, 22. Juli 2009
Waldbewirtschaftung rechtfertigt keine Pauschalkritik

Zum Schwarzbuch des BUND erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan. Die vom BUND beschriebenen 15 Beispiele einer nicht fachgerechten Waldbewirtschaftung rechtfertigen keine Pauschalkritik Die natürliche Vegetation in Deutschland ist Wald. Wälder haben daher bei uns eine hohe Bedeutung für die Biodiversität. Sie sind für den Artenschutz unersetzlich und erfüllen wichtige Aufgaben im Grundwasser- und Klimaschutz. Es muss die Nutzung der Wälder in Verantwortung für die verschiedenen Schutzziele erfolgen. Holz ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff in Deutschland. Seine rohstoffliche Nutzung im Bau, Möbel-, Papierbereich ist unverzichtbar. Die energetische Nutzung hat stark zugenommen und bietet in der Bereitstellung von Biomasse erhebliche ökologische Vorteile gegenüber anderen Biomasse-Pflanzen wie Mais. So erschreckend das beschriebene forstliche Fehlverhalten ist, das einige Einzelbeispiele dokumentieren, sie zeichnen gleichwohl ein Zerrbild der in Deutschland praktizierten Forstwirtschaft. Jedem Negativbeispiel lassen sich viele Positivbeispiele gegenüber stellen. Die Ausweisung der FFH-Flächen hat gezeigt, dass vielerorts öffentliche wie private Waldbesitzer sehr sorgsam mit ihren Wäldern umgehen, dass auch eine erwerbsorientierte Bewirtschaftung schützenswerte Wälder schaffen kann. Die letzte Bundeswaldinventur hat die verantwortungsbewusste Bewirtschaftung der Wälder ebenfalls belegt. Die Holzvorräte in deutschen Wäldern sind nach wie vor hoch, eine allgemeine Übernutzung der Wälder und eine Verletzung des Nachhaltigkeitsprinzips sind nicht festzustellen. Das Engagement in der Umweltbildung vieler Landesforstverwaltungen wie z. B. Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein ist vorbildlich. Die Aufforstung von 50 ha im waldarmen Schleswig-Holstein ist ebenfalls eine große Leistung. Der Pranger ist eine Bestrafungsform des Mittelalters. Er ist nicht geeignet, den fairen Ausgleich zwischen Nutzungsinteressen und dem Schutz von Natur und Umwelt zu organisieren. Es ist bemerkenswert, wenn der BUND Gesetzesvorstöße feststellt und gleichzeitig eine Verschärfung des Bundeswaldgesetzes anmahnt. Erstes Ziel muss es sein, bestehende Gesetze umzusetzen. Die FDP sieht beim Bundeswaldgesetz die Notwendigkeit, die Verkehrssicherungspflicht zu lockern, um gerade Altholzbestände zu schützen. Wir wollen eine Neudefinition des Begriffes Wald, um die Einrichtung von Agroforstsystemen zu ermöglichen und die Vermarktungsmöglichkeiten für forstliche Zusammenschlüsse verbessern. Der Verzicht von Nutzung muss entschädigt werden. Angesichts der mehrfach festgestellten fachlichen Gleichwertigkeit  der FSC und der PEFC-Zertifizierung ist der Ausstieg aus einem der Zertifizierungssysteme reine Ideologie. Die FDP lehnt dies ab.

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