Schleswig-Holstein

Dienstag, 14. Juli 2009
Zur Demonstration der Milchbauern in Ratzburg

Zur heutigen Demonstration der Milchbauern in Ratzburg erklärt die FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach Kasan, Mitglied im Ausschuss für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz:


„Die Lage der Milchbauern ist dramatisch schlecht, die Auszahlungspreise der Molkereien sind auf extrem niedrigem Niveau. Ich habe Verständnis für den Protest der Milchbauern.
Die deutsche Politik kann den Bauern vor allem dort helfen, wo die Produktionskosten durch staatliche Vorgaben und Steuern höher sind, als bei unseren europäischen Nachbarn. Das gilt zum Beispiel für den Agrardiesel, der in Deutschland mehrfach höher besteuert wird als in unseren Nachbarländern.

Milch und Milchprodukte sind hochwertige Lebensmittel, die für eine gesunde Ernährung unverzichtbar sind. Ein ausreichender Konsum von Milchprodukten hilft bei der Vorbeugung vor Osteoporose, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Übergewicht. Trotz bester Eigenschaften muss sich Milch unfairer Konkurrenz erwehren. Wenn der Käse auf der Pizza nicht mehr von Kühen stammt, sondern aus Pflanzenfett und Sojaeiweiss zusammengerührt wird, dann trifft das Milchbauern und Verbraucher zugleich: Die Verbraucher werden getäuscht, den Bauern ein wichtiger Absatzmarkt versperrt. Nur eine klare Kennzeichnung kann Verbraucherinnen und Verbraucher vor dieser Irreführung schützen.

Verbraucherinnen und Verbraucher haben es in der Hand, die sehr angespannte Preissituation der Milchbauern zu verbessern. Es gibt gute Gründe, Milch und Milchprodukte im eigenen Speiseplan verstärkt zu berücksichtigen. Käse ist in unserer Ernährung die wichtigste Quelle für das Mineral Calcium, das zur Vorbeugung vor Osteoporose unverzichtbar ist. Nur eine Verbesserung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage kann den Bauern auskömmliche Preise gewährleisten.

Der Anpassungsprozess muss sozial durch Aussteigerprogramme begleitet werden, denn nicht alle Betriebe werden ihn überstehen. Norddeutschland ist mit seinen leistungsfähigen Betrieben vergleichsweise gut aufgestellt. Es muss aber Schluss damit sein, dass der Norden darunter leidet, dass Bundeslandwirtschaftsminister aus Bayern den Erhalt nicht leistungsfähiger Kleinstbetriebe in Süddeutschland finanziell fördern und die Situation norddeutscher Betriebe politisch verschlechtern.

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