Ernährung

Freitag, 19. Juni 2009
Happach-Kasan: Maßnahmen der Bundesregierung zur Gefahrenabwehr durch Jakobskreuzkraut sind halbherzig und nicht ausreichend

Happach-Kasan: Maßnahmen der Bundesregierung zur Gefahrenabwehr durch Jakobskreuzkraut sind halbherzig und nicht ausreichend

Berlin, 19.06.2009. Zur Beantwortung von schriftlichen Fragen durch die Bundesregierung zur Gefährdung von Mensch und Tier durch das giftige Jakobskreuzkraut erklärt die Sprecherin für ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN:

Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Abwehr der Gefährdung von Mensch und Tier durch den Verzehr von Teilen des Jakobskreuzkrauts und verwandten Pflanzen sind halbherzig und nicht ausreichend. Bereits 2007 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer ausführlichen Stellungnahme auf Gefährdungen aufmerksam gemacht, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ebenfalls eine Stellungnahme veröffentlicht.

Der Bundesverband beamteter Tierärzte stellt fest, dass auf Greisenkräuter zurückzuführende Erkrankungen weltweit „zu den verlustreichsten pflanzenbedingten Intoxikationen bei Haustieren und bei Menschen“ zählen.
Auch die Bundesregierung stellt fest, dass insbesondere für Hobby-Tierhalter ein erheblicher Informationsbedarf besteht. Dennoch ist das geplante Informationsblatt des Julius Kühn-Instituts (JKI) noch immer nicht fertig gestellt. Dennoch gibt es keine Empfehlung der Bundesregierung, wie das Jakobskreuzkraut auf Weideflächen bekämpft werden kann, um den Eintrag in das Heu zu verhindern.

Wir brauchen eine Meldepflicht. Der FDP-Bundestagsfraktion sind keine Experten bekannt, die eine Meldepflicht ablehnen. Dennoch lehnt die Bundesregierung eine Meldepflicht als zu bürokratisch ab. Angesichts des erheblichen Gefährdungspotentials ist dies nicht nachvollziehbar. Da diese Vergiftungsfälle teilweise auch auf Grund der geringen Erfahrung von Ärzten auf diesem Gebiet zurzeit noch nicht sicher erkannt werden, könnte eine Meldepflicht auch zur Aufklärung der Dunkelziffer beitragen. Die Aufnahme des Jakobskreuzkrauts in die offizielle BMU-Giftpflanzenliste ist überfällig.

Es gibt inzwischen eine Analysemethode für die in Greiskräutern enthaltenen Giftstoffe (Pyrrolizidinalkaloide). Allerdings ist eine exakte Quantifizierung nicht möglich. Die Methode muss weiterentwickelt werden und von den Überwachungsbehörden der Länder bei Produkten, die Gehalte von Pflanzenteilen von Greisenkräutern enthalten können, angewendet werden. Die Beschränkung auf Honig und andere Bienenprodukte ist nicht ausreichend.

Die Bundesregierung ist aufgefordert, auch bei Gefährdungen von Mensch und Tier tätig zu werden, die nicht von den einschlägig bekannten Verbänden thematisiert werden. Echter Verbraucherschutz orientiert sich am realen Gefährdungspotential und beschränkt sich nicht auf Schaufensterpolitik.

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