Ernährung

Donnerstag, 5. Februar 2009
Essen, was schmeckt oder essen, was gesund ist?

 

Essen, was schmeckt oder essen, was gesund ist?

von Christel Happach-Kasan

 

Das muss kein Widerspruch sein. Nichts ist gesund, nur weil es nicht schmeckt. Im Gegenteil, Freude über ein gutes Essen stärkt das Wohlbefinden, ist also gesund.

Angesichts immer wiederkehrender Meldungen über eine dicker werdende Bevölkerung, über Rückstände in Lebensmitteln haben Ernährungsfragen an Bedeutung gewonnen. In der Tat ist in den beiden letzten Jahrzehnten das Durchschnittsgewicht der Kinder, der Anteil zu dicker Kinder gestiegen. Besorgniserregend ist das Auftreten von Diabetes Typ 2 bei Kindern, der früher erst im Alter auftrat. Gleichzeitig sind Erkrankungen junger Mädchen an Magersucht und Bulimie häufiger geworden. Was ist zu tun? Das Wissen um Ernährungsfragen muss gestärkt werden. Dazu trägt eine vernünftige Nährwertkennzeichnung auf jeder Verpackung bei. Sie sollte über den Gehalt an Kalorien, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz informieren. Eine farbliche Bewertung der Angaben, die so genannte Ampelkennzeichnung, lehnen wir ab. Wenn die Ampel an der Kreuzung rot zeigt, sagt die Straßenverkehrsordnung, dass jeder stehen bleiben muss. Aber sollte auch das Matjesfilet, das wegen des hohen Fett- und Kaloriengehalts zwei rote Punkte tragen würde, im Regal liegen bleiben? Ich meine, nein. Die Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln ist anders als im Straßenverkehr nicht klar: Rot, gelb und grün auf Lebensmitteln würde im Straßenverkehr gleichzeitiges Bremsen, Kuppeln und Gasgeben bedeuten. Eine solch unsinnige Bevormundung brauchen wir nicht.

Aber sind unsere Lebensmittel auch gesund? Gesünder als vor fünfzig Jahren sind sie allemal, als vielfach unsachgemäße Lagerung zu mikrobiellen Belastungen oder Kontaminationen mit Pilzgiften führte. Seit 1995 wird gemeinsam von Bund und Ländern das Lebensmittel-Monitoring durchgeführt. Dabei werden Lebensmittel repräsentativ für Deutschland auf Gehalte an gesundheitlich unerwünschten Stoffen untersucht. Die Ergebnisse des Lebensmittelmonitorings zeigen: Die Qualität der Lebensmittel in Deutschland ist sehr hoch. Obst und Gemüse sind gesund. Schade allerdings, dass die Veröffentlichung der Daten mit großer Verzögerung erfolgt. Es ist doch heute allenfalls von akademischem Interesse, welche Qualität die Tomaten und Paprika im vergangenen Jahr hatten. Die Informationen müssen sehr viel zeitnäher den Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden.

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