Schleswig-Holstein

Mittwoch, 18. März 2009
Leserbrief im Ratzeburger Markt

 

Die Ratzeburger Bürgerinnen und Bürger haben bei der vorletzten Kommunalwahl (2003) die CDU zur stärksten Fraktion in der Ratzeburger Stadtverordnetenversammlung gewählt. Die CDU hatte die Umgestaltung des Marktplatzes im Wahlkampf versprochen und, unterstützt von der UDR (Unabhängige Demokraten Ratzeburg), ihr Vorhaben auch umgesetzt. Jetzt haben wir den umgestalteten Marktplatz. Es ist besser, ihn anzunehmen, statt ihn zu verdammen, denn es lohnt nicht, sich über verschüttete Milch aufzuregen.

Mit neuen Plätzen ist es wie mit einem neuen Haus: Man braucht Zeit, sich einzugewöhnen. Diese Zeit sollten wir uns alle miteinander nehmen. Als sich in den letzten Tagen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen zeigten, fanden sich auch die ersten Besucher auf den Sitzbänken am Brunnen ein. Sie genossen die Sonne und klönten. Wenn dann in einigen Wochen der Brunnen angestellt wird, Kinder mit nackten Füßen durch das Wasser patschen, Blumen den roten Granit verschönen, wird auch der jetzt ungeliebte Marktplatz Freunde gewinnen. Warum sollten wir nicht, die wir in einer Region wohnen, wo andere Urlaub machen, auch am Alltag ein wenig städtisches Flair auf unserer Insel genießen?

Marktplätze sind seit dem Mittelalter die Zentren städtischen Lebens. Unser Wochenmarkt sollte auf den Marktplatz verlegt werden, um so die urbane Mitte Ratzeburgs zu betonen und die Geschäfte am Markt und in den angrenzenden Straßen zu unterstützen und gleichzeitig Parkraum vor dem Rathaus zu schaffen. Auch das Anpflanzen von Linden macht den Marktplatz nicht zur Naturoase. Zum Naturerleben ungestört vom Straßenverkehr laden dagegen die vielen Wanderwege im Umkreis der Ratzeburger Seen ein. Wer städtisches Leben sucht, geht auf den Marktplatz, wer sich nach Naturerleben sehnt, umwandert z. B. den Großen Küchensee.

Laut den Zahlen des Bundesverkehrsministeriums (Verkehr in Zahlen 2008/2009, 37. Jahrgang) hat sich die Verkehrsleistung im Straßengüterverkehr von 170 Milliarden Tonnen-Kilometer in 1990 auf 466 Milliarden Tonnen-Kilometer in 2007 nahezu verdreifacht. Auf den Hinterlandanbindungen der Seehäfen war der Anstieg deutlich höher. Wir leben im Bereich der Hinterlandanbindung des Lübecker Hafens, des größten Hafens in Schleswig-Holstein. Damit das Wachstum des Lübecker Hafens nicht die Verkehrsleistung auf unseren Straßen erhöht, setze ich mich seit langem für den Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals ein. Angesichts der bestehenden Prognosen des Verkehrsaufkommens, die in den letzten Jahren meist von der Realität übertroffen wurden, ist es Aufgabe einer vorausschauenden Politik, sich für die Erstellung der Planungsunterlagen zum Bau der Umgehung einzusetzen. Ich freue mich, dass die jetzt vorgesehene Trassenführung das Waldgebiet zwischen dem Großen Küchensee und Schmilau verschont und dadurch dieses geologisch, biologisch und archäologisch wertvolle Gebiet unangetastet bleibt.

Christel Happach-Kasan

erschienen am 18.03.2009

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