NaWaRo / Wald

Dienstag, 10. Februar 2009
Happach-Kasan: Bundesregierung behindert weiteren Ausbau der energetischen Nutzung von Holz

Die Sprecherin für Nachwachsende Rohstoffe der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Energetische Nutzung von Holz in Deutschland (BT-Drs. 16/11468)“:

 

Die energetische Nutzung von Holz hat im Zuge der Erhöhung des Ölpreises an Bedeutung gewonnen. Sie hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Das gilt für die Nutzung von Scheitholz genauso wie für die Nutzung von Hackschnitzeln und Holzpellets. Deutschland verfügt über die höchsten Holzvorräte in der EU. Nach wie vor wird in Deutschland weniger Holz eingeschlagen als pro Jahr nachwächst. Die Mobilisierung der Holzvorräte im Kleinprivatwald ist unbefriedigend.

 

Die von der Deutschen Bundesregierung angestrebte Minderung von CO2-Emissionen von 40 % unter das Niveau von 1990 bis zum Jahr 2020 sowie die Bereitstellung von 20% der Primärenergie durch Erneuerbare Energien kann nach Einschätzung der FDP-Bundestagsfraktion nur bei verstärkter energetischer Nutzung von Holz erreicht werden. Es muss sichergestellt werden, dass dadurch keine Erhöhung der Feinstaubbelastung der Luft erfolgt. Die verstärkte energetische Nutzung von Holz wird durch die wiederholte Verschiebung der Novellierung der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) nach wie vor behindert. Weder Gerätehersteller noch Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland wissen, welche Normen zur Minderung der Feinstaubbelastung der Luft neue Geräte erfüllen müssen. Geplante Investitionen werden deshalb verschoben. Dies ist nach Einschätzung der FDP ein unhaltbarer Zustand, der den Ausbau der energetischen Nutzung von Holz weiter bremst. Die Hälfte der Pelletproduktion wird exportiert.

 

Der Wissenschaftliche Beirat Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat in seinem im November 2007 vorgelegten Gutachten „Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung – Empfehlungen an die Politik“ die verschiedenen Biomasseträger und deren unterschiedliche Nutzung miteinander verglichen. Dabei zeigt sich, dass die Vermeidungskosten pro eingesparter Tonne CO2-Äquivalent und die Vermeidungsleistung in Tonnen CO2-Äquivalent pro Hektar bei der Verwendung von Hackschnitzeln die mit Abstand kostengünstigste und effizienteste Möglichkeit der Erzeugung erneuerbarer Energien auf Biomassebasis ist.

 

Daher setzt sich die FDP für die zügige Änderung des bestehenden Bundeswaldgesetzes ein. Wir fordern hierbei insbesondere die Neudefinition des Begriffes „Wald“, mit dem Ziel, die Anlage von Agroforstsystemen und Kurzumtriebsplantagen auf eine rechtlich sichere Basis zu stellen. Es ist ein Armutszeugnis der großen Koalition, dass sie nicht einmal in der Lage ist, diese völlig unumstrittene Änderung des Bundeswaldgesetzes auf den Weg zu bringen.

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