Schleswig-Holstein

Mittwoch, 18. Februar 2009
Happach-Kasan: Unverantwortlicher Umgang des Bundes mit Waldflächen in der Wentorfer Lohe

 

Zu den Streitigkeiten über Flächenverkäufe im Bereich der Wentorfer Lohe erklärt die Forstexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel HAPPACH-KASAN:

Seit Beendigung der Nutzung der Wentorfer Lohe als Truppenübungsplatz 1997 gibt es Streit. Der Bund war nicht bereit, das Angebot der drei Gemeinden Wohltorf, Wentorf und Börnsen zu nutzen und ihnen die Fläche zu verkaufen. Die Erwartung des Bundes durch Verkauf der Flächen an einen Privatinvestor einen höheren Erlös zu erzielen, als die Gemeinden zu zahlen bereit waren, wurde enttäuscht. In den mehr als 10 Jahren der Suche wurde kein Käufer gefunden. Der Spatz in der Hand wäre für den strapazierten Bundeshaushalt deutlich besser gewesen als die Taube auf dem Dach. Es gab keine Bereitschaft des Bundes, gemeindliche Interessen zu berücksichtigen.

Daran hat sich seither nichts geändert. Die Abholzungsaktionen in der Wentorfer Lohe im vergangenen Spätherbst stießen auf erhebliche Kritik in der Bevölkerung. Bildlich gesprochen waren im Vorgarten von Wohltorf unter dem Vorwand der Verkehrssicherung zahlreiche auch gesunde Bäume abgeholzt worden, der Charakter des Waldgebiets war total verändert worden.

Nun hat die Bundesregierung die Zertifizierung der Flächen nach FSC in die Wege geleitet, wiederum ohne Beteiligung der kommunalen Selbstverwaltung. Auch diese Aktivität ist so unverständlich wie die vorangegangenen. Die Antwort der Bundesregierung auf die Frage der Abgeordneten Happach-Kasan (FDP) klingt wie Hohn. Dort heißt es: „Ohne die Teilnahme an den Zertifizierungssystemen hätte die Bundesanstalt die Bewirtschaftung aus der Fachkompetenz ihrer Sparte Bundesforst heraus zwar in gleicher Weise vollzogen, allerdings ohne dabei die Marketingchancen nutzen zu können, die ein anerkanntes Gütesiegel bietet.“ Welche Marketingchancen meint Staatssekretär Diller mit seiner Antwort, welche „anspruchsvollen Qualitätsstandards“ hat der Bund auf den Flächen realisiert und gehört die Abholzaktion des vergangenen Jahres dazu? Bei einem Verkauf der Flächen, sollte er denn zustande kommen, erlischt das Zertifikat. Welchen Sinn machte dann die Investition der Zertifizierung? So groß können die Marketingchancen nicht sein, denn nicht einmal 5 % der Waldflächen tragen in Deutschland ein FSC-Siegel. Im Fazit stelle ich fest, dass der Bund mit seinem Eigentum nicht verantwortlich umgeht. Er behindert die Gemeinden, in dem er Flächen im Besitz behält, für die er keine Verwendung hat und er nutzt sie nicht sinnvoll.

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