Ernährung

Freitag, 19. Dezember 2008
Happach-Kasan: Wissenschaftliche Basis für den Bienenschutz verbessern

 

Zu der von der FDP-Bundestagsfraktion in den Deutschen Bundestag eingebrachten Kleinen Anfrage „Bewertung des deutschen Bienenmonitorings und seine Akzeptanz bei Imkern“ (BT-Drs. Nr. 16/11472) erklärt die FDP-Sprecherin für Ländliche Räume, Dr. Christel Happach-Kasan:

Das deutsche Bienenmonitoring, das 2004 nach großen Überwinterungsverlusten bei Bienenvölkern nach der Winterruhe 2003/2004 eingeführt wurde, hat sich nach wissenschaftlicher Einschätzung weitgehend bewährt. Dennoch hat es die Kritik der Imkerverbände auf sich gezogen. Dies ist u.a. dem inzwischen öffentlich gewordenen Begrüßungsschreiben der Imkerverbände an die neue Agrarministerin zu entnehmen. Die dort geäußerten Angriffe gegen die Bienenforschung, gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie gegen das Bienenmonitoring, die Landwirtschaft und die Gentechnik hat für Unruhe gesorgt und den sehr deutlichen Protest der Landwirte hervorgerufen. Ihr Schreiben vereint eine teils unseriöse Darstellung diverser Imkerthemen mit heftigen Angriffen gegenüber wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Behörden und Forschungsinstituten. Der Schutz der Bienenvölker kann nur unter Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse verbessert werden. Die erforderlichen Maßnahmen hat die FDP-Bundestagsfraktion in ihrem Antrag (Bt-Drucksache 16/10322) bereits vorgelegt.

Der Vorwurf einer angeblich „zu engen Verflechtung zwischen Wirtschaftsinteressen, Forschung und Behörden“, wie er von den Verbänden formuliert wurde, muss aufgeklärt werden. Weiter will die FDP die Ursache für widersprüchliche Zahlenangaben der Bundesregierung wissen. Die Bundesregierung nennt in unterschiedlichen Drucksachen für die Überwinterungsverluste der Bienenvölker des letzten Winters deutlich unterschiedliche Zahlen: In Drucksache 16/10519 spricht die Bundesregierung von 20%, in Drucksache 16/11005 von 12,81%. Das ist ein Unterschied von immerhin etwa 50.000 Völkern, also keine Kleinigkeit. Sind die unterschiedlichen Zahlen politisch motiviert?

Die Bundesregierung hat in Beantwortung einer Kleinen Anfrage (Bundestags-Drucksache 16/11005) festgestellt, dass in Deutschland die Varroa-Milbe „als der wesentliche Parasit der Honigbiene“ angesehen wird. Dies entspricht den Ergebnissen der Untersuchungen des Honigbrots (eingelagerter Pollen) im Rahmen des seit 2004 durchgeführten Bienenmonitorings. Das Milbenbekämpfungsmittel Coumaphos war der am häufigsten nachgewiesene Wirkstoff. Dies weist darauf hin, dass die Bekämpfung der Milbe für sehr viele Imker eine wesentliche Schutzmaßnahme für ihre Bienen war. Die Feststellung des Therapienotstands in den Ländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Sommer dieses Jahres unterstreicht die Gefährdung der Bienenvölker durch die Varroose. Bei Feststellung des Therapienotstands erhalten Imker verbesserte Möglichkeiten zur Bekämpfung der Varroa-Milbe. Angesichts der Einschätzung der Milbe als wesentlichem Parasiten ist es jedoch bemerkenswert, dass zur Bekämpfung der Milbe bürokratische Hürden wie die Feststellung des Therapienotstands zu überwinden sind. Dieser ist Voraussetzung zur Anwendung von 85%iger Ameisensäure.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema