NaWaRo / Wald

Freitag, 19. Dezember 2008
Happach-Kasan: Rahmenbedingungen für die verstärkte energetische Nutzung von Holz schaffen

 

Zu der in dieser Woche in den Deutschen Bundestag eingebrachten Kleinen Anfrage: „Energetische Nutzung von Holz“ (BT-Drs. Nr. 16/11468) erklärt die Sprecherin für Nachwachsende Rohstoffe der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

Die von der deutschen Bundesregierung angestrebte Minderung von CO2-Emissionen von 40% unter das Niveau von 1990 bis zum Jahr 2020 sowie die Bereitstellung von 20% der Primärenergie durch Erneuerbare Energien kann zu für die Verbraucherinnen und Verbraucher vertretbaren Energiepreisen nur bei verstärkter energetischer Nutzung von Holz erreicht werden. Dennoch behindert die Bundesregierung durch die wiederholte Verschiebung der Novellierung der Bundesimmissionsschutzverordnung die energetische Nutzung von Holz. Weder Gerätehersteller noch Verbraucherinnen und Verbraucher wissen zurzeit, welche Normen zur Minderung der Feinstaubbelastung der Luft neue Geräte erfüllen müssen. Geplante Investitionen werden deshalb verschoben. Was nutzen Konjunkturprogramme, wenn die Bundesregierung versäumt, die für Investitionen erforderlichen Rahmenbedingungen zu setzen. Auch in der Frage der notwendigen Novellierung des Bundeswaldgesetzes blockiert sich die Koalition. Die in der Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Änderungsbedarf des Bundeswaldgesetzes geforderte Neudefinition des Begriffes „Wald“ ist ebenfalls noch nicht erfolgt. Sie verfolgt das Ziel, die Anlage von Agroforstsystemen und Kurzumtriebsplantagen auf eine rechtlich sichere Basis zu stellen.

Die energetische Nutzung von Holz hat im Zuge der Erhöhung des Ölpreises an Bedeutung gewonnen. Während Holzhackschnitzel im Wesentlichen in größeren Blockheizkraftwerken genutzt werden, sind Holzpellets als einfach zu handhabender Brennstoff auch für Privathaushalte geeignet. Sie bestehen aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl und Hobelspäne aus der Sägeindustrie), die ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck gepresst werden und einen Heizwert von ca. 5 kWh/kg haben. Damit entspricht der Energiegehalt von einem Kilogramm Pellets ungefähr dem von einem halben Liter Heizöl. Pellets sind nach Berechnungen verschiedener Institute wie der Fachhochschule für Landbau in Kiel eine kostengünstige Alternative zu fossilen Brennstoffen. Verschiedene Clusterstudien im Bereich Forst und Holz zeigen die enorme wirtschaftliche Bedeutung von Produktion und Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz für verschiedene Regionen in Deutschland. Die Wertschöpfung in den ländlichen Räumen wird gesichert, Arbeitsplätze werden geschaffen. Gleichzeitig erfolgt die energetische Nutzung von Holz CO2-neutral und ist daher ein Beitrag zum Klimaschutz. Holzlagerung und Holztransporte bergen anders als Lagerung und Transport von Erdöl kein Risiko für das Grundwasser, kein Risiko für Meeresverschmutzungen (wie z.B. bei Tankerunglücken).

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