NaWaRo / Wald

Mittwoch, 3. Dezember 2008
Happach-Kasan: Energetische Nutzung der Biomasse hat Zukunft

 

Zur Übergabe des Gutachtens "Zukunftsfähige Bioenergie und nachhaltige Landnutzung" des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) an die Bundesregierung erklärt die Sprecherin für nachwachsende Rohstoffe der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Die Position der FDP-Bundestagsfraktion wird im Kern bestätigt. Weiter plädiert das Gutachten für die Rücknahme der Beimischungsquote und stimmt damit unserer Einschätzung zu, dass die Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung mit der Einführung des Beimischungszwangs einen Anreiz zur Rodung von Tropenwäldern bietet und die Ernährungssicherheit in den ärmsten Ländern der Erde gefährdet. Der Beimischungszwang ist somit auch eine Gefahr für den Klimaschutz. Die Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung ist ein Flop, für das Klima nicht effektiv, für die Verbraucherinnen und Verbraucher teuer.

Angesichts der Tatsache, dass etwa ein Drittel der Erde mit Wald bedeckt ist, Holz nicht nur in Deutschland der wichtigste nachwachsende Rohstoff ist, ist die sehr nachrangige Berücksichtigung des Themas Wald im Gutachten eine deutliche Schwäche. Es erstaunt, dass trotz zahlreicher international anerkannter Forstwissenschaftler in Deutschland kein Forstwissenschaftler Mitglied des Beirats für Umweltfragen ist. Ein Biologe fehlt in dem Gremium ebenfalls. Der technische Sachverstand ist deutlich überrepräsentiert. Die Zusammensetzung des Beirats spiegelt sich im Gutachten wider, wesentliche naturwissenschaftliche Aspekte bleiben unberücksichtigt.

Die besondere Betonung der Verstromung von Biomasse lässt die erheblichen agrarökologischen und agrarökonomischen Probleme des Maisanbaus in Dauerkulturen unberücksichtigt. Das bereits vor einem Jahr vorgestellte Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat die geringe Effizienz der Erzeugung von Strom auf der Basis von Mais aufgezeigt: Hohe CO2-Vermeidungskosten, geringe Hektareffizienz.  Vor diesem Hintergrund ist die Bevorzugung der Verstromung höchst fragwürdig, sie ist für Verbraucherinnen und Verbraucher zudem besonders kostenträchtig.

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