Ernährung

Donnerstag, 4. Dezember 2008
HAPPACH-KASAN: Effektiver Bienenschutz gelingt nur durch Zusammenarbeit mit der Wissenschaft

 

Zur Meldung „Imker warnen vor weiterem Bienensterben“ erklärt die Sprecherin für ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:
 

Die FDP fordert die Einführung von Qualitätskontrollen für gebeiztes Saatgut. Es muss sicher ausgeschlossen werden, dass die zur Beizung verwendeten Pflanzenschutzmittel in die Luft verweht werden und auf Blütenpflanzen gelangen, wo sie Bienen und Wildinsekten schädigen können. Nur so können Unfälle wie der im Frühjahr dieses Jahres in Südwestdeutschland, wo nach Angaben des Julius-Kühn-Instituts etwa 11.000 Bienenvölker teilweise schwer geschädigt wurden, vermieden werden. Die Methode der Beizung ist eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme im Pflanzenschutz: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird minimiert, das nützt der Natur und schont den Geldbeutel.

 

Es liegt im Interesse der Imker, die Gefährdung der Bienenvölker durch den Befall mit der Varroa-Milbe nicht zu unterschätzen. Die hohen Überwinterungsverluste 2002/2003 sowie nach dem letzten Winter sind wesentlich auf den Befall mit der Milbe zurückzuführen. Sie bedeuten herbe Einkommensverluste für die Imker. Daher ist es besorgniserregend, dass bereits im Juli und August in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz der Therapienotstand festgestellt wurde. Dadurch ist Imkern die Möglichkeit gegeben, die Milbe mit 85%iger Ameisensäure zu bekämpfen. Nach Auffassung der FDP sollte überprüft werden, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Bekämpfung der Milbe vereinfacht werden können, um die Möglichkeiten für Imker zu verbessern, diesen Parasitenbefall wirksam zu bekämpfen.

 

Den pauschalen Vorwürfen gegen Wissenschaftler, die von den Imkerverbänden erhoben wurden, schließt sich die FDP nicht an. Es liegt in der Natur der Sache, dass wissenschaftliche Ergebnisse nicht immer den Erwartungen aller Interessengruppen entsprechen. Sollte es Interessensüberschneidungen geben, müssen diese transparent gemacht werden. Die Bundesregierung ist aufgefordert, dafür zu sorgen, dass gerade die Hobby- und Nebenerwerbsimker eine fachlich gute Beratung erhalten. Die Bestäubungsleistung ihrer Bienen ist für Landwirtschaft und Gartenbau unverzichtbar.

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