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Freitag, 28. November 2008
Happach-Kasan: Weltweite Finanzkrise drückt die Holzpreise in Deutschland - Der Bau eines Holzhauses in Berlin reicht nicht aus, um die Situation zu verbessern

 

Christel Happach-Kasan (FDP) zur Antwort von Ursula Heinen, Parlamentarische Staatssekretärin beim BMELV, in der Fragestunde des Deutschen Bundestags:

Der deutsche Holzmarkt stagniert derzeit besorgniserregend. Die Lager der Holzindustrie sind voll. Die Nachfrage nach Holz ist in Deutschland zurzeit schwach. Die Preise für Fichtenstammholz liegen mit 10-20% unter denen des Vorjahres. In nahezu allen Bereichen der Holzwirtschaft herrscht hierzulande Stillstand. Der für den Herbst 2008 prognostizierte Aufschwung hat nicht stattgefunden. Die Holzwerkstoffindustrie weist rückläufige Produktionszahlen auf. In den USA bestehen Privathäuser zu 90% aus dem Baustoff Holz. Der deutsche Holzmarkt ist stark vom US-Baugeschäft abhängig, der Kollaps des Immobilienmarktes in den USA trifft die Branche seit Ausbruch der Finanzkrise daher schwer.

Auf Rückfrage der FDP-Forstexpertin Christel Happach-Kasan bestätigte die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen die derzeit schwierige Situation auf dem deutschen Holzmarkt. Insbesondere die Erzeugerpreise im Bereich von Nadelschnittholz stünden momentan erheblich unter Druck. Das BMELV hoffe in der jetzigen Situation, dass die Initiativen, die der Holzabsatzfonds zurzeit ergreift, den Holzexport in Teile Osteuropas und den Nahen Osten zu beleben, erfolgreich verlaufen werden. Als positives Beispiel für die Ankurbelung der Holzwirtschaft führte die Staatssekretärin ein im vergangenen Jahr in Berlin errichtetes Mehrfamilienhaus in Berlin an, das in reiner Holzbauweise ausgeführt wurde.

Nach Einschätzung der FDP-Bundestagsfraktion reichen die derzeitigen Anstrengungen des BMELV nicht aus, um die Lage der deutschen Holzindustrie zu verbessern. Vor vier Jahren ist die Charta für Holz in unserm Lande mit großer Begeisterung sowohl von Seiten der Politik als auch von den Unternehmen gemeinsam beschlossen worden. Der Bau eines Holzhauses in Berlin darf nicht das einzige Ergebnis dieser großangelegten Charta sein. Die FDP möchte das Bauen mit Holz zukünftig durch den Abbau überflüssiger, rechtlicher Vorschriften erleichtern und die Ausbildung von Fachleuten für den Gebrauch von Holz als Baumaterial verbessern. Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, um die Charta Holz voranzubringen. Bei Ausschreibungen der Öffentlichen Hand muss die Verwendung von Holz künftig stärker berücksichtigt werden. Die FDP setzt sich dafür ein, dass auch repräsentative Bauvorhaben in Holzbauweise erfolgen.

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