Ernährung

Freitag, 26. September 2008
Happach-Kasan: FDP-Antrag im Bundestag zum Schutz der Bienenvölker

Die FDP fordert verstärkte Anstrengungen zum Schutz der heimischen Bienenvölker. Honigbienen sind in Deutschland weit verbreitete Haustiere, deren Haltung eine lange Tradition hat. Die Bienen sind derzeit durch unterschiedliche Faktoren gefährdet.

Ende der siebziger Jahre gelangte durch Bienen-Importe die Varroa-Milbe, ein gefährlicher, auf Bienen spezialisierter Parasit, aus Asien nach Mitteleuropa. Die Milbe ernährt sich von der Körperflüssigkeit der Bienen sowie der Larven und Puppen. Sie schwächt die Vitalität der Bienen und ist verantwortlich für hohe Überwinterungsverluste. Die Milben sind schwer zu bekämpfen – bislang gibt es kein geeignetes Mittel.

Pflanzenschutzmittel mit insektizider Wirkung gefährden potenziell auch Bienen, denn Bienen sind Insekten. Durch die Methodik der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit bienengefährdendem Potenzial muss sicher ausgeschlossen werden, dass Bienen sowie andere Nichtzielorganismen gefährdet werden.

In Südwestdeutschland sind in diesem Frühjahr nach Information des Julius Kühn-Instituts (JKI) etwa 11.000 Bienenvölker teilweise schwer geschädigt worden. Die Untersuchungen des JKI ergaben, dass bei der Aussaat von mit dem Insektizid Clothianidin gebeiztem Maissaatgut mit pneumatischen Sämaschinen durch Abrieb Staub entstand, der mit einem hohen Gehalt an Beizmittel in die Umwelt verweht wurde. Dadurch ist es auf blühende Pflanzen gelangt, die von Bienen besucht wurden und viele von ihnen töteten. Der Vorfall zeigt, dass Beizmittel, Haftmittel und der Typ der verwendeten Sämaschine gemeinsam geprüft werden müssen. Die Saatgutbeizung ist gleichwohl eine sinnvolle Pflanzenschutzmaßnahme, da das Gefährdungspotential für Nichtzielorganismen bei Saatgutbeizung deutlich geringer ist als beim Sprühen von Pflanzenschutzmitteln.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Gefährdungspotentiale für die heimischen Bienenvölker fordert die FDP in ihrem Antrag u.a.:

- Die Förderung der Entwicklung innovativer und effektiver Verfahren zur Varroa-Bekämpfung wie z.B. die Entwicklung eines Verfahrens zur Impfung der Bienen gegen die Varroa-Milbe

- Die Überprüfung der Zulassungsverfahren von Insektiziden mit dem Ziel, die Methodik der Anwendung bienengefährdender Pflanzenschutzmittel auf die sichere Vermeidung der Gefährdung von Bienenvölkern auszurichten

- Die Einführung von Qualitätskontrollen für gebeiztes Saatgut.

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