Ernährung

Mittwoch, 8. Oktober 2008
HAPPACH-KASAN: Pflanzenschutzpolitik des EU-Parlaments gefährdet Landwirtschaft und Gartenbau in Deutschland

 

BERLIN. Zu den Vorstellungen des EU-Parlaments für eine künftige Pflanzenschutzpolitik erklärt die Agrarexpertin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:     

Die Bundesregierung ist gefordert, mit mehr Engagement und mehr Einsatz als bisher den Vorstellungen des EU-Parlaments zur Pflanzenschutzmittelzulassung entgegenzutreten. Es wird eine der wesentlichen Aufgaben des neuen Bundesagrarministers oder der neuen Ministerin sein, seinen/ihren Einfluss in der EU mit aller Kraft geltend zu machen, um die Verabschiedung der Vorschläge zu verhindern. Die vom EU-Parlament geforderten pauschalen Auflagen, Bewirtschaftungseinschränkungen und zusätzlichen Steuern lehnt die FDP-Bundestagsfraktion ebenso wie eine Re-Nationalisierung der Pflanzenschutzmittel-Zulassung entschieden ab. Die Qualität unserer Lebensmittel ist hoch. Die Untersuchungen der Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft haben erst kürzlich ergeben, dass unter ca. 17 000 untersuchten Proben nur 14, also weniger als 0,01 Prozent die Möglichkeit einer gesundheitlichen Gefährdung ergeben haben.

Effiziente Landwirtschaft und effizienter Gartenbau brauchen Pflanzenschutzmittel für gesunde Produkte und gute Erträge. Belastungen mit hoch kanzerogenen Pilzgiften dürfen nicht toleriert werden, denn sie gefährden die Gesundheit von Tier und Mensch. Werden die Pläne der EU zur Änderung der Zulassung umgesetzt, vermindert sich die Zahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel drastisch.

Die Widersprüche der schwarz-roten Agrarpolitik werden hier besonders deutlich: Im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Hungers möchte die Bundesregierung die landwirtschaftliche Produktivität richtigerweise unter Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln weiter steigern. In der Diskussion um die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wurde diese Fachlichkeit bisher dem üblichen Populismus des Horst Seehofer geopfert. Der neue Chef, die neue Chefin des Hauses muss dies beenden. 

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