Ernährung

Freitag, 26. September 2008
HAPPACH-KASAN: Bekämpfung des Maiswurzelbohrers in Bayern gescheitert

 

Zum Bericht der parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen zum Maiswurzelbohrer in der letzten Sitzung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages erklärt die Sprecherin für ländliche Räume Christel HAPPACH-KASAN:   
 

Auf Antrag der FDP wie der Koalitionsfraktionen war die Ausbreitung des westlichen Maiswurzelbohrers in Deutschland und die Bekämpfung des Käfers Thema im Ausschuss. Nach Darstellung der Staatssekretärin war die Bekämpfung des erst im vergangenen Jahr erstmalig in Deutschland gefundenen Käfers in Baden-Württemberg erfolgreich, in Bayern jedoch nicht. Die Landkreise Passau und Deggendorf wurden zum natürlichen Befallsgebiet des Käfers erklärt, weil es in beiden Kreisen nicht gelungen ist, die Ausbreitung des Käfers zu unterbinden. Damit ist dort der Quarantänestatus aufgehoben. Der Landkreis Passau grenzt an Österreich. Teile von Österreich gelten inzwischen ebenfalls als natürliches Befallsgebiet des Maiswurzelbohrers.

 

Jetzt muss der Frage nachgegangen werden, warum die Bekämpfung des Käfers in Baden-Württemberg angeblich gelungen ist, in den zwei Landkreisen Passau und Deggendorf jedoch erfolglos geblieben ist. Es müssen neue Strategien der Maiswurzelbohrerbekämpfung entwickelt werden. Dazu gehört langfristig die Einführung einer Fruchtfolge oder alternativ der Anbau von resistenten Sorten. Für viele Landwirte in der Region ist jedoch kurzfristig die Einführung einer Fruchtfolge nicht möglich. Insbesondere Landwirte, die in den Bau von Biogasanlagen investiert haben, politisch dazu angeregt durch die Förderung durch das EEG, können nicht kurzfristig umstellen, ohne ihre eigene Existenz zu gefährden. In den USA, wo Landwirte seit langem mit dem Maiswurzelbohrer kämpfen müssen, werden zumeist resistente, gentechnisch veränderte Sorten angebaut. Die Bundesregierung ist weiter aufgefordert sicherzustellen, dass zertifiziertes, gebeiztes Saatgut zur Verfügung steht, das gegen Insektenfraß resistent ist und dessen Ausbringung die Bienen nicht gefährdet.

 

Für die Landwirte in Deutschland ist die sich immer deutlicher abzeichnende Totalablehnung jeglicher Bekämpfungsmaßnahmen des Bundeslandwirtschaftsministers nicht mit den Notwendigkeiten in der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Praxis zu vereinbaren. Landwirte brauchen wirksame Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen, um die Versorgung der Verbraucher und Verbraucherinnen mit hochwertigen Lebensmitteln zu erschwinglichen Preisen sicherzustellen. Eine Agrarpolitik, die Biotechnologie und Pflanzenschutz grundsätzlich in Frage stellt, ohne Alternativen vorweisen zu können, gefährdet die Existenz der heimischen Landwirte, der Obst- und Gemüsebauer und des Gartenbaus in Deutschland. Leider wandelt der jetzige Bundeslandwirtschaftsminister auch in diesem Bereich auf den Spuren seiner Vorgängerin. Anstatt endlich ein klares Wort zu den völlig inakzeptablen Plänen im Europaparlament zur Pflanzenschutzpolitik zu finden, schlägt sich Herr Seehofer in die Büsche. Das ist ein agrarpolitisches Trauerspiel!     

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