Schleswig-Holstein

Freitag, 5. September 2008
Bahn muss in Büchen Kernkompetenz beweisen

Happach-Kasan fordert von der Bahn "Kernkompetenz" ein

 - Bessere Berücksichtigung Büchens gefordert

 

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan hatte sich im Juli an die DB AG gewandt, um die Schlechterstellung des Bahnhofs Büchen gegenüber den Halten in Ludwigslust und Wittenberge beim ICE-Verkehr zwischen Hamburg und Berlin zu kritisieren. Außerdem trat sie für eine verbesserte Anbindung Schwarzenbeks nach Hamburg ein. Jetzt liegt eine Stellungnahme des Unternehmens vor:

 

Die Konzernbevollmächtigte für Schleswig-Holstein und Hamburg, Ute Plambeck, begründet darin, warum die Bahn AG sich entschlossen hat, den ICE in den beiden mecklenburgischen Städten häufiger als in Büchen halten zu lassen. Happach-Kasan hatte vorgerechnet, dass Büchen einen Verkehrsraum mit 70.000 Menschen erschließt. Die Bahn hält nun entgegen, im Mittel würden 120 Fernpendler den Halt in Ludwigslust nutzen. Vergleichbare Zahlen für Büchen wurden allerdings nicht mitgeteilt. Aber: „Ich bin mir sicher, dass die Zahlen bei uns vergleichbar sind, wenn man sie denn erheben würde“, so Happach-Kasan. Die Zugverbindung über Büchen nach Berlin ist sehr beliebt. Der Bahnsteig ist bei jedem Halt gut gefüllt. „Ich kann mir vorstellen, dass zusätzliche ICE-Halte in Büchen, mehr Menschen motivieren, mit der Bahn zu fahren“, so Happach-Kasan. Happach-Kasan zeigt sich von den Begründungen der Bahn nicht überzeugt und fordert, die Ungleichbehandlung zu beseitigen. Wenn der ICE für 120 Fernpendler in Ludwigslust hält, dann sollte er dies auch für 120 Fernpendler in Büchen tun.

 

Der hohe Verbindungswert des Bahnhofs Büchen zeige sich allein schon in der bahninternen Einordnung in die Kategorie 3 – ein Wert, den z.B. auch das vierzigmal größere Lübeck erreicht. Seit Jahrzehnten habe die FDP auf genau diese Funktion des Bahnhofs Büchen als Taktknoten hingewiesen. Die Bahn habe lange gebraucht, die Richtigkeit dieser Forderung, die auch von der Fahrgastvereinigung „Pro Bahn“ geteilt wurde, zu erkennen und dieses umzusetzen.

 

 „Es ist Ziel einer umweltgerechten Verkehrspolitik, die Akzeptanz für umweltfreundliche Fernreisen mit der Bahn zu erhöhen. Eine Voraussetzung dafür ist ein attraktives Angebot, das hinsichtlich Komfort, Preis und Geschwindigkeit mit dem Individualverkehr konkurrieren kann. Das bedeutet, dass ein Umsteigebahnhof ein Mindestmaß an Komfort bieten sollte. Der Büchener Bahnhof wirkt dagegen seit Jahren verwahrlost. Die Rahmenvereinbahrung für qualitätsverbessernde Maßnahmen, die inzwischen zwischen dem Land und der DB-AG geschlossen wurde, ist nun ein erster Schritt in die richtige Richtung. Bis 2012 soll die Attraktivität des Bahnhofs erheblich gesteigert werden. Inzwischen sei auch eine Einigung zwischen der Gemeinde Büchen und der DB-AG zum Ankauf von Flächen zur Errichtung weiterer P+R-Plätze erzielt worden, teilte Frau Plambeck mit.

 

Es bleibt allerdings kritisch anzumerken, dass der Anteil der Bahn an den Investitionen verschwindend gering ist. „Wenn die Bahn den Verkauf von Bahnhöfen betreibt, Toilettenanlagen schließt und Parkmöglichkeiten von den Kommunen errichten lässt, um sich um ihre „Kernkompetenzen“ zu kümmern, dann sollte sie genau diese Kompetenz jetzt beweisen: Durch eine sachgerechte Fahrplangestaltung, die den Fernverkehr stärkt und einen Verkehrsraum von 70.000 Menschen optimal an die Metropolen Berlin und Hamburg anbindet.“

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