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Freitag, 18. Juli 2008
Happach-Kasan: Forschungstätigkeit zum Schutz der Kastanie verstärken - Miniermotte bekämpfen

Die Forstexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage (BT-Drs. 16/9981) „Mögliche Strategien zur Bekämpfung der Rosskastanien-Miniermotte in Deutschland“:

Seit mehreren Jahren ist die Kastanie, die in Deutschland besonders als Park- und Alleebaum beliebt ist, gefährdet. Die Kastanienbäume werden von einem ursprünglich im östlichen Mittelmeer beheimateten Kleinschmetterling, der Rosskastanien-Miniermotte heimgesucht. Zwischenzeitlich hat sich die Miniermotte im gesamten mitteleuropäischen Raum ausgebreitet, in Deutschland finden sich derzeit praktische keine Regionen mehr in denen die Motte nicht zu finden ist. Die Raupen der Miniermotte befallen bereits im Frühjahr die Blätter der Rosskastanien und zerstören bis zum Spätsommer nahezu die gesamte Blattmasse der Bäume. Dem Betrachter fällt die Schädigung der Kastanien durch unansehnliche braune Blattflecken auf. Langfristig werden die Kastanien durch den Fraß der Miniermotte geschwächt und es kann zum Absterben der Bäume kommen. In Regionen mit starkem Mottenbefall werden in der Nähe stehende Feldahornbestände ebenfalls von dem Schädling befallen. Zwar kommt den Rosskastanien in Deutschland nur eine geringe forstwirtschaftliche Bedeutung zu, der Erhalt der Bäume ist jedoch für das Städte- und Landschaftsbild und somit unter kultur- und tourismuspolitischen Aspekten von großer Bedeutung. Auch besitzt die Kastanie in den urbanen Zentren eine wichtige stadtklimatische Funktion.

Wirksame Mittel zur flächendeckenden Bekämpfung der Rosskastanien-Miniermotte in Deutschland gibt es bislang nicht. Nach Angaben der Bundesregierung (Drucksache 16/9981) ist das sorgfältige und flächendeckende Entfernen des Herbstlaubs zurzeit immer noch das effektivste Verfahren, den Befall der Miniermotte im darauf folgenden Jahr einzudämmen. Diese Maßnahme zur Bekämpfung der Miniermotte belastet die Kommunalen Haushalte in Deutschland mittlerweile stark. Die Bundesregierung beziffert die Kosten allein für die zusätzlich im Spätsommer anfallende Entfernung des Kastanienlaubs mit etwa mit 8 Millionen Euro im Jahr. Fachleute sind sich einig, die alljährlich durchgeführten Kastanienlaub-Sammelaktionen, vielfach organisiert durch die Schutzgemeinschaft Detuscher Wald (SDW), helfen den Befall einzudämmen und die Vitalität der Bäume zu erhalten. Sie können allerdings die weitere Verbreitung des Insekts nicht aufhalten.

Die FDP-Bundestagsfraktion setzt sich für weitere Forschungen zur Bekämpfung der Rosskastanien-Miniermotte ein. Es sollten rasch Strategien zur Bekämpfung der Rosskastanien-Miniermotte beim Erstbefall entwickelt werden. Es ist lange bekannt, dass nicht alle Kastaniensorten von der Krankheit gleich stark befallen werden. Deshalb sollten verstärkt nur noch die rotblühenden, gegen den Befall durch die Rosskastanien-Miniermotte resistenten Kastanien gepflanzt werden.

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