Grüne Gentechnik

Mittwoch, 16. Juli 2008
HAPPACH-KASAN: Unbegründete Verbote sind eine Bedrohung der Freiheit

BERLIN. Zur Forderung von Bundesagrarminister Seehofer nach der Möglichkeit von Anbauverboten für gentechnisch veränderte Pflanzen erklärt die Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:

 

Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu verbieten. Die Zulassungsbehörden prüfen diese Sorten sorgfältig und stellen damit sicher, dass die Sorten als Nahrungs- und als Futtermittel geeignet sind und die Umwelt nicht schädigen. Die Sorten sind sehr erfolgreich, denn ihre Anbaufläche wächst kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Den Anbau zugelassener Sorten ohne nachvollziehbaren Grund zu verbieten, ist eine erhebliche Einschränkung der Rechte von Landwirten und von Unternehmen, die in die Züchtung der Sorten investiert und das teure Zulassungsverfahren finanziert haben.

 

Die Minister Seehofer und Gabriel buhlen mit ihrer Zustimmung zu nationalen Anbauverboten innerhalb der EU um die Zustimmung der mehrheitlich emotional gegen die Gentechnik eingestellten bayerischen Wählerinnen und Wähler. Statt für eine sinnvolle Technologie zu werben, bedienen sie lieber Vorurteile. Während die Kanzlerin ausdrücklich auf die Grüne Gentechnik zur Minderung des Hungers in der Welt setzt, spielen ihre Minister bayerisches Provinztheater. Ganz nebenbei verspielen sie das Ansehen Deutschlands und auch der EU als Wissenschaftsstandort.

 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Landwirte in der EU brauchen keine Verbote, die mittelfristig die Lebens- und Futtermittelpreise in die Höhe treiben. Sie brauchen dagegen die Aufhebung der Nulltoleranz und die Einführung eines praktikablen Schwellenwertes für die Einfuhr von Mais und Soja, die nur in Nord- und Südamerika zugelassen sind. Die Schweiz hat dafür einen Weg gefunden, die EU sollte diesem Beispiel folgen. Ohne Aufhebung der Nulltoleranz wird ein großer Teil der tierhaltenden Betriebe wegen zu hoher Futterkosten aufgeben müssen. Das Grillkotelett im nächsten Sommer kommt dann aus Übersee, gefüttert mit GVO-Soja, der bei uns verboten ist.

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