NaWaRo / Wald

Dienstag, 8. November 2005
Energiewende heißt: Weg von den fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien

Sehr geehrte Damen und Herren,



ich danke Ihnen für Ihr Schreiben vom 27. 10. 2005.



Wir brauchen eine Energiewende: Weg von den fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien.



Entsprechend den Ergebnissen der Konferenz für erneuerbare Energien im Februar 2005 in Berlin liegt in Deutschland der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch bei gerade 3,6 %.



Nach den Daten des Umweltbundesamtes nimmt Deutschland mit 667 g CO2-Äquivalent bei der Produktion einer Kilowattstunde Strom im EU-weiten Vergleich den viertletzten Platz ein. Der EU-Durchschnitt sind 429 Gramm CO2-Äquivalent.



Die Zahlen zeigen, dass Deutschland bei der Energiewende noch sehr viel zu tun hat.



Die Folgen des Klimawandels in Europa sind spürbar. Um die menschliche Beeinflussung des Klimawandels zu mindern, ist es dringend erforderlich, die Emission klimaschädlicher Gase zu verringern. Daher muss die Verringerung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe das oberste Ziel sein.



In Ihrem Brief gibt es leider keinerlei Aussage, wie wir den Herausforderungen des Klimawandels begegnen sollten.



Hat das Symbolthema Ausstieg aus der energetischen Nutzung der Kernenergie für Sie Priorität vor dem Klimaschutz?



Sie weisen völlig zu Recht auf das Gefährdungspotential von Kernkraftwerken hin. Das kann uns aber nicht übersehen lassen, dass industrielle Produktion, dass die Stromproduktion generell mit Risiken verbunden ist, die wir möglichst optimal beherrschen lernen müssen. Es sei daran erinnert, dass die industrielle Entwicklung in Deutschland ohne den Steinkohlebergbau nicht denkbar ist und dass im Steinkohlebergbau in vielen schrecklichen Unglücken viele Menschen gestorben sind. Der Unfall in einer Biogasanlage in Niedersachsen forderte 2 Tote, bei der Reparatur von Windenergieanlagen sind in den vergangenen Jahren drei Menschen gestorben. Daher müssen wir daran arbeiten, die Risiken der Stromproduktion zu mindern, völlig ausschließen lassen sie sich nicht einmal bei den erneuerbaren Energien.



Ist es das Ziel des BUND, Risiken aus der energetischen Nutzung der Kernkraft zu mindern? Und wenn ja, teilen Sie nicht die Einschätzung, dass in der jetzigen Situation, in der weltweit neue Kernkraftwerke gebaut werden, die bei uns entwickelte Sicherheitstechnik sehr viel mehr zur sicheren Nutzung der Kernenergie beitragen kann als das Abschalten unserer Kernkraftwerke?



Wenn wir wollen, dass weltweit auch in unserem eigenen Interesse sichere Kernkraftwerke gebaut werden, müssen wir mit unseren Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, Ingenieuren und Ingenieurinnen an der Weiterentwicklung dieser Technik arbeiten.



Nach meiner Auffassung ist die Endlagerung der radioaktiven Abfälle technisch möglich. Finnland hat mit dem Neubau eines Kernkraftwerks bereits ein Signal gegeben. Insbesondere die Umweltpolitik in Finnland ist anerkannt. Bau eines Kernkraftwerks und gute Umweltpolitik sind kein Widerspruch. Der so genannte Atomausstieg spielt weltweit keine Rolle. Daher setzen wir mit der Verlängerung der Laufzeiten unserer Kernkraftwerke kein Signal.



Ich werde alles tun, um Schaden vom Land abzuwenden. Dazu gehört eine Energiepolitik, die auf die erneuerbaren Energien setzt und insbesondere die energetische Nutzung der Bioasse vorantreibt.

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