Ernährung

Mittwoch, 18. Juni 2008
HAPPACH-KASAN: Bundesregierung gefährdet Zukunft von Landwirtschaft und Gartenbau in Deutschland

 

Zur Bekräftigung von Staatssekretär Gerd Müller im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages, dass die Bundesregierung eine wirkstoffbasierte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wolle, erklärt die Agrarexpertin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:     

 

Die Haltung der Bundesregierung zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln widerspricht der eigenen Analyse: Schon in der Beantwortung einer Kleinen Anfrage hatte die Bundesregierung festgestellt, dass bereits jetzt für viele Anwendungsgebiete nur noch eingeschränkt Insektizide zur Verfügung stehen. Sie weist in ihrer Antwort darauf hin, dass die Gefahr groß sei, dass auf Grund der geringen Zahl der zugelassenen Wirkstoffe es zu Resistenzbildungen bei verschiedenen Schadorganismen komme. Der Rapsglanzkäfer ist ein Beispiel dafür. Vor zwei Jahren hat der Rapsglanzkäfer in Deutschland große Ertragsausfälle beim Raps verursacht, weil keine wirksamen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung standen, da die Käfer gegen die zugelassenen Mittel Resistenzen entwickelt hatten. Bei Verfolgung der wirkstoffbasierten Zulassung wird sich die Zahl der zugelassenen Wirkstoffe weiter vermindern, ohne dass dadurch der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher oder der Natur verbessert würde. Die Gefahr der Resistenzbildung würde erhöht.

Die von der Bundesregierung angestrebte Harmonisierung der Pflanzenschutzmittelzulassung auf EU-Ebene ist richtig, der wirkstoffbasierte Ansatz jedoch falsch. Konsequent angewandt auf andere Politikfelder würde er bedeuten, dass der Strom abgeschaltet, der Verkauf von Benzin unterbunden werden müsse. In beiden Fällen wird jedoch der risikobasierte Ansatz verfolgt, denn es gelingt, Gefährdungen von Mensch und Umwelt durch Vorsorgemaßnahmen einzugrenzen. Genau dies ist bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ebenfalls möglich. Die Qualität unserer Lebensmittel ist sehr groß. Damit dies so bleibt, brauchen Landwirte und Gärtner eine ausreichende Zahl zugelassener Pflanzenschutzmittel.

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