NaWaRo / Wald

Dienstag, 20. Juli 2004
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage:'Holznutzung aus nachhaltiger Forstwirtschaft'

Deutscher Bundestag Drucksache 15/3617



15. Wahlperiode 20. 07. 2004



Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung

und Landwirtschaft vom 16. Juli 2004 übermittelt.





Antwort

der Bundesregierung



auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Christel Happach-Kasan,

Hans-Michael Goldmann, Rainer Brüderle, weiterer Abgeordneter

und der Fraktion der FDP

- Drucksache 15/3526 -



Holznutzung aus nachhaltiger Forstwirtschaft





Vorbemerkung der Fragesteller



Die Bundesregierung hat sich im April 2003 bei der Ministerkonferenz zum

Schutz der Wälder in Europa (MCPFE) in Wien dazu verpflichtet, die wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft in Deutschland zu

verbessern. In diesem Zusammenhang setzt sich die Bundesregierung für eine

verstärkte Nutzung heimischen Holzes ein. Diese so genannte Holzcharta ist

mit Vertretern der Forst- und Holzwirtschaft erarbeitet worden und hat in beiden

Branchen große Erwartungen geweckt. Das jetzt vom Rat für nachhaltige

Entwicklung vorgelegte Dokument 'Waldwirtschaft als Modell der Nachhaltigkeit'

enthält Vorschläge aus dem Nachhaltigkeitsrat, wie die Verwendung

von Holz ausgeweitet werden kann. Dieses Dokument enthält bisher keine Verzahnung

zu den Aktivitäten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz,

Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Die mehr als 1,3 Millionen privaten Waldbesitzer in Deutschland erbringen

umfangreiche soziale und ökologische Leistungen. Sie sichern Arbeitsplätze,

ihre Wälder stehen für Erholung und Tourismus zur Verfügung, sie dienen dem

Arten- und Klimaschutz. Auch im Privatwald sind Flächen nach der FFHRichtlinie

(Flora-Fauna-Habitatrichtlinie) ausgewiesen worden. Privatwaldbesitzer

haben ihre Wälder nach PEFC, ein geringer Teil auch nach FSC zertifizieren

lassen. Dies dokumentiert eindrucksvoll das Engagement von

Privatwaldbesitzern im Naturschutz. Diese Leistungen können von Privatwaldbesitzern

nur dann weiterhin erbracht werden, wenn sie einen angemessenen

Gewinn mit der Bewirtschaftung ihrer Wälder erzielen können. Dafür brauchen

sie geeignete Rahmenbedingungen, die die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung

gewährleisten, aufwändige bürokratische Regelungen vermeiden

und die erforderlichen Freiräume für eine erwerbsorientierte

Bewirtschaftung gewähren. Dieses gilt in ähnlicherWeise für die kommunalen

Körperschaften, deren finanzielle Lage ebenfalls angespannt ist und die sich

Waldbesitz nur leisten können, wenn dessen Bewirtschaftung durch die Erlöse

aus dem Holzverkauf sowie durch andere Einnahmen gedeckt ist.

Die auf dem EU-Gipfel beschlossene Verfassung, die bis 2006 von allen Mitgliedstaaten

ratifiziert werden muss, um in 2007 in Kraft zu treten, enthält

keine Aussagen über die Forstwirtschaft. Es besteht die Befürchtung, dass dies

dazu führt, dass auch zukünftig auf europäischer Ebene Wälder vorwiegend

unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet werden und der für die Ziele

der Nachhaltigkeit wichtigen Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz

nur eine untergeordnete Bedeutung beigemessen wird. Da in Deutschland ein

Drittel der Fläche mit Wald bedeckt ist, wird eine ausschließlich ökologisch

orientierte Betrachtung des Waldes seinen vielen Funktionen nicht gerecht.

Der Witterungsverlauf des vergangenen Jahres hat zu erheblichen Dürreschäden

in neu angepflanzten Kulturen und zu einer Besorgnis erregenden

Insektenkalamität geführt. Es besteht die Befürchtung, dass in diesem Jahr

weitere Flächen befallen werden. Dadurch wird die wirtschaftliche Lage der

Waldbesitzer, die aufgrund sinkender Holzpreise schwierig ist, weiter erschwert.



Vorbenerkung der Bundesregierung



Die Bundesregierung setzt sich gemeinsam mit wichtigen gesellschaftlichen

Gruppen für den Rohstoff Holz ein, weil damit für die Gesellschaft klima-, energie-,

umwelt-, und ressourcenpolitisch vorteilhafte Wirkungen verbunden

sind. Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Situation der forst- und holzwirtschaftlichen

Betriebe verbessert sowie Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen.

Die Regierungsfraktionen haben im Koalitionsvertrag vom 20. Oktober 2002

festgelegt, eine Charta für Holz zu initiieren. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz,

Ernährung und Landwirtschaft hat die von den interessierten

Organisationen und Verbänden benannten Experten eingeladen, an der Erarbeitung

einer Holzcharta mitzuwirken. Die Experten haben seit Sommer 2003 in

fünf thematisch abgegrenzten Arbeitsgruppen getagt und die Grundlagen für die

Ausgestaltung der Charta für Holz entwickelt. Die Textfassung der Charta für

Holz wird derzeit mit beteiligten Organisationen abgestimmt. Danach wird das

Kabinett unterrichtet. Im Herbst soll das Vorhaben der Ö

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