Ernährung

Freitag, 6. Juni 2008
HAPPACH-KASAN: Mehr Investitionen in die Landwirtschaft zu Verringerung von Armut und Hunger in der Welt

 

Zum Abschluss des FAO-Welternährungsgipfels in Rom erklärt die Sprecherin für Ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion, die als Mitglied der deutschen Delegation an der Konferenz teilgenommen hat Christel HAPPACH-KASAN:  

 

Steigende Lebensmittelpreise haben die Welternährung und die Not in den ärmsten Ländern der Erde zum Thema gemacht. Es ist höchste Zeit. Verschiedene Organisationen, darunter die FAO, haben schon lange Investitionen in die Landwirtschaft angemahnt, ohne Gehör zu finden. Die Ernährungskrise kommt nicht überraschend: Die Getreidevorräte nehmen seit mehreren Jahren kontinuierlich ab, der steigende Wohlstand in den bevölkerungsreichen Ländern wie Indien und China führt zu einer erhöhten Nachfrage nach Getreide, die Nutzung von Mais für die Bioethanolproduktion gerade in den USA hat die Situation verschärft. Parallel sind Investitionen in die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern deutlich zurückgegangen. Wir sind vom Millenniumsziel, der Halbierung von Armut und Hunger bis 2015, noch weit entfernt.

 

Die weltweite politische Aufmerksamkeit muss genutzt werden. Sofortprogramme der Welthungerhilfe zur Linderung der Not der ärmsten Menschen brauchen eine Ergänzung durch vermehrte Investitionen in die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern. In den Haushalten der Kleinbauern leben die Mehrheit der Hungernden und Armen. Sie brauchen verbessertes Saatgut, Dünger, eine bessere Ausbildung, um sich selbst helfen zu können. Die Chancen mit gentechnisch verbesserten Sorten trocken- und krankheitsresistente Sorten zu züchten, müssen genutzt werden. Die internationale Zusammenarbeit muss verbessert werden, Handelsschranken abgebaut und eine globale Forschungs- und Entwicklungsinitiative gestartet werden, die die speziellen Anliegen der Entwicklungsländer berücksichtigt. Die von der Bundesregierung beschlossene erhöhte Biokraftstoffquote von 17 Prozent gefährdet die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung bei der Bekämpfung des weltweiten Hungers und muss auch vor dem Hintergrund der Ergebnisse der FAO-Konferenz zurückgenommen werden.

 

In Frankreich ist das Thema Welternährung Chefsache, Präsident Nicolas Sarkozy hat für Frankreich gesprochen, in Deutschland hat sich die Bundeskanzlerin des Themas nicht angenommen, Ernährungsminister Horst Seehofer die Teilnahme kurzfristig abgesagt. Landwirtschaft werde inzwischen wieder als ein wesentliches Element von Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern verstanden erklärt Prof. Joachim v. Braun, Direktor des International Food Policy Research Institute, in Washington. Das sollte auch die Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul, beherzigen.

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