Schleswig-Holstein

Freitag, 28. März 2008
Bund schlägt 1000 Festmeter Holz in der Wentorfer Lohe - Happach-Kasan: Lohe muss Teil des Nationalen Naturerbes werden

Die FDP Bundestagsfraktion hat die Antwort der Bundesregierung auf ihre Anfrage zur Baumfällaktion in der Wentorfer Lohe erhalten. Zwar bestätigt die Bundesregierung die formale Legalität der Maßnahme, zugleich räumt sie aber ein, dass bei der als „Verkehrsicherungsmaßnahme“ bezeichneten Fällaktion rund 1000 Festmeter Holz geschlagen worden sind - mehr als das doppelte der durchschnittlichen jährlichen Menge. Zusätzlich seien rund 2800 m² Hackschnitzel angefallen. Die „Lohe“ sei noch nicht als Teil des „Nationalen Naturerbes ausgewiesen, befinde sich aber auf der sogenannten „Nachschiebeliste“, so die Bundesregierung.

 

„Für Verkehrsicherungsmaßnahmen trägt der Bund die Verantwortung. Dabei hat er offensichtlich seinen Ermessenspielraum vollständig zu Gunsten hoher Erträge angesichts derzeit guter Holzpreise und zu Lasten von Natur und Landschaftsbild genutzt. Eigentum verpflichtet aber auch den Bund. Er hat kein gutes Beispiel gegeben, wie wir mit unseren Waldflächen sinnvoll umgehen sollten“, so Happach-Kasan.

 

Über die Fällaktion wurden Wohltorf und Börnsen erst informiert, als die Fällaktion schon begonnen hatte. Das geht aus den Angaben der Bundesregierung  hervor, die Happach-Kasan vorliegen. „Damit wurde ausgerechnet die Gemeinde übergangen, auf deren Gemeindegebiet sich der größte Teil der Lohe befindet – nämlich Wohltorf. Die Wohltorfer Umweltausschussvorsitzende Susanne Itzerott hatte deshalb die Angelegenheit ins Rollen gebracht.

 

Nicht nachvollziehen können die Liberalen die angeblich „wirtschaftlichen und kaufmännischen“ Gründe, die einen Verkauf der Flächen an die Gemeinen zu Naherholungszwecken entgegengestanden hatten: „Der hoch verschuldete Bund ist in der Lohe Eigentümer „auf Pump“. Seit dem ersten Kaufangebot seitens der Gemeinden hat er die Hälfte des Grundstückswertes als Zinsen aufgewendet. Wie will der Bund jemals seine Schulden abbauen, wenn er sich nicht von Vermögen trennt, dass er nicht mehr benötigt?“, ärgert sich Happach-Kasan

 

Aus der Antwort ergibt sich für die Bundestagsabgeordnete aus Bäk ein klarer politischer Auftrag: „Ich fordere die Landesregierung auf,  sich für die Überführung der Wentorfer Lohe in das Nationale Naturerbe stärker einzusetzen als bisher.“ Die Interessen der schleswig-holsteinischen Gemeinden müssen in Berlin durch die Landesregierung wirkungsvoller als bisher vertreten werden. Die Abgeordnete wird sich in den nächsten Tagen an die zuständigen Stellen in Kiel wenden.

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