NaWaRo / Wald

Mittwoch, 20. Februar 2008
HAPPACH-KASAN: Für eine weltweit verantwortliche energetische Nutzung der Biomasse

Zur heutigen Biomasse-Anhörung der Bundestagsausschüsse für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Landwirtschaft und Umwelt erklärt die Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für nachwachsende Rohstoffe Christel HAPPACH-KASAN: Die energetische Nutzung von Biomasse hat drei wesentliche Vorteile, die ihre Nutzung bei jedem Konzept der Stärkung der erneuerbaren Energien unverzichtbar machen: Pflanzliche Biomasse speichert solare Energie, ihre energetische Nutzung ist weitgehend klimaneutral, sie ermöglicht eine grundlastfähige Stromproduktion. Dieses gute Leistungsprofil lässt erwarten, dass die energetische Biomassenutzung weiter verstärkt werden wird. Die Ernährung einer weltweit wachsenden Bevölkerung und die Bereitstellung von Biomasse für die stoffliche und die energetische Nutzung bei gleichzeitigem Erhalt der weltweiten Biodiversität und ihrer weiteren Stärkung, dem Schutz der Regenwälder ist eine Herausforderung, für die bisher nur wenige Lösungsansätze vorhanden sind. Nur mit verstärkten Investitionen in die Landwirtschaft weltweit, so wie die FAO dies fordert, und durch eine Erhöhung der Intensität der Landwirtschaft in verschiedenen Regionen der Erde werden die beschriebenen Herausforderungen bewältigt werden können. Die FDP-Bundestagsfraktion sieht wie einige der angehörten Experten in der Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen, die an die verschiedenen Anforderungen in Schwellenländern angepasst sind, z.B. eine erhöhte Trockenheitsresistenz besitzen, besondere Chancen. Weltweit muss darauf hingewirkt werden, dass wirksame Zertifizierungssysteme entwickelt und durchgesetzt werden. Grundlage einer Zertifizierung müssen die Regeln einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft sein, die an die jeweiligen regionalen Erfordernisse angepasst sind. Die Zertifizierung muss alle importierten Agrarrohstoffe einbeziehen, denn für die meisten Agrarrohstoffe gibt es unterschiedliche Verwertungsmöglichkeiten. So werden 80 Prozent des eingeführten Palmöls für Ernährungs- und Kosmetikzwecke genutzt, nur 20 Prozent energetisch. Angesichts des fortbestehenden Hungers in der Welt muss in den Entwicklungs- und Schwellenländern die eigenständige Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln deutlich gestärkt werden. Die Anhörung macht deutlich, dass sich aufgrund der Komplexität der Probleme leider keine praktikable, effiziente Zertifizierung in weniger als einem Jahrzehnt verwirklichen lassen wird. In der Anhörung macht der Bericht über Indonesien deutlich, dass es unverantwortlich ist, durch Nutzung von Biomasseimporten egal für welchen Nutzungszweck zur Zerstörung der Biodiversität ferner Regionen beizutragen, um die eigene Biodiversität zu erhalten. Dies zeigt, welch große Verantwortung die Industrieländer für den Erhalt der globalen Biodiversität haben.

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