Schleswig-Holstein

Donnerstag, 14. Februar 2008
Happach-Kasan/Koppelin: Stammzellgesetz - Für eine menschenfreundliche Medizin

Zur Debatte um die Zukunft der Rahmenbedingungen für Stammzellenforschung in Deutschland erklären Jürgen Koppelin und Dr. Christel Happach-Kasan, FDP-Bundestagsabgeordnete aus Schleswig Holstein: Wir unterstützen den interfraktionellen Gesetzesentwurf "Für eine menschenfreundliche Medizin". Unserer Meinung nach soll in Deutschland zukünftig wie in vielen anderen Ländern Europas die Einfuhr und die Verwendung von frischen embryonalen Stammzell-Linien ermöglicht werden. Die bisher geltende Stichtagsregelung soll aufgehoben werden. Forscher sollen sich nicht mehr strafbar machen, wenn sie sich an entsprechenden Forschungsprojekten im Ausland beteiligen. Wegen des derzeit gültigen Stammzellengesetzes gibt es in Deutschland nur eine beschränkte Anzahl an nutzbaren Stammzelllinien, wodurch die Erforschung neuer Therapien zur Heilung schwerer Krankheiten behindert wird. Für uns drückt sich in unserem Gesetzentwurf die Ethik des Helfens aus. Die Grundlagenforschung an embryonalen Stammzellen bietet Perspektiven zur Heilung schwerer Krankheiten und darf deshalb nicht behindert werden. Es ist richtig, dass es bei dieser Debatte auch um den Forschungsstandort Deutschland geht und um das Verfassungsgut der Forschungsfreiheit. Vor allem aber geht es um das Schicksal und das Recht auf Leben und Gesundheit von kranken Menschen, deren Leiden durch zukünftige Forschungsergebnisse gelindert werden könnte. Wir haben nicht das Recht, diese Chancen ungenutzt zu lassen. In der ethischen Abwägung zwischen den Schutzinteressen von befruchteten, jedoch nicht eingenisteten Eizellen, die eine weitgehend ungewisse Zukunft haben, einerseits und den konkreten Leiden von Menschen, mit ihren Hoffnungen auf Heilungs-Perspektiven andererseits können wir die Behinderung der Stammzellforschung in Deutschland nicht verantworten. Die ethische Gleichsetzung der noch nicht in der Gebärmutter eingenisteten Embryonen mit konkretem, geborenen Leben ist verfehlt. Wir befinden uns im Stadium der Grundlagenforschung. Wer bereits jetzt anwendbare Ergebnisse fordert, verkennt den Charakter von Grundlagenforschung und missachtet ihren ergebnisoffenen Charakter.

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