Grüne Gentechnik | Reden

Freitag, 25. Januar 2008
Rede im Deutschen Bundestag zu TOP 21 (Gentechnikgesetz)

Am Mittwoch auf der Grünen Woche: Verkehrte Welt. Die Diskussionsveranstaltung "Essen global - Produktion egal? Blick über den Tellerrand: unser Konsum und die Folgen für Kleinbauern in Nord und Süd" organisiert vom Evangelischen Entwicklungsdienst. Eine Buchautorin streitet erregt gegen die Grüne Gentechnik und für ihr Buch. Doch keine einzige Hand regt sich zum Beifall. Stille. Die 70% der Bevölkerung, die angeblich gegen die Gentechnik sind, hatten wohl gerade Pause, waren indisponiert, sie waren jedenfalls nicht da. Das regt an zu der Frage: Wie kommen diese Umfragen zustande und welche Aussagekraft haben sie, können sie Maßstab für politisches Handeln sein? 1978 wurde Louise Brown geboren, das erste sogenannte Retortenbaby. Über 70% lehnten damals in Deutschland die künstliche Befruchtung ab. Inzwischen wissen die Menschen mehr, die künstliche Befruchtung ist eine Standardmethode in der Behandlung der Unfruchtbarkeit von Frauen und Millionen von Menschen verdanken dieser Technik ihr Leben. Im letzten Herbst fragte David Harnasch in der Fußgängerzone von Freiburg nach Dihydrogenmonoxid. Die befragten Freiburger wollten den Stoff sofort verbieten. Nach einer repräsentativen Umfrage, vorgetragen auf der 5-Jahresfeier des Bundesinstituts für Risikobewertung, lehnen 70% unserer Bürgerinnen und Bürger Dihydrogenmonoxid ab. Warum? Das ist vermutlich wie früher bei dem sogenannten Retortenbaby, die Menschen können sich nichts darunter vorstellen. Dihydrogenmonoxid ist Wasser, eine der Grundlagen unseres Lebens. Doch wenn man etwas komisch danach fragt, will die Mehrheit sogar Wasser verbieten, genauso wie die Gentechnik, obwohl Produkte der Gentechnik seit langem auf unseren Tellern liegen, in aller Munde sind und niemand von uns je schlechte Erfahrung mit Produkten dieser Züchtungsmethode gemacht hat. Die Beispiele zeigen: Es ist ein gravierender Politikfehler, Verbraucherumfragen zum Maßstab politischen Handelns zu machen. Es hat im Übrigen auch nichts mit Demokratie zu tun. Bei der Vorstellung der ersten Novelle des Gentechnikgesetzes 2004 hat Renate Künast gesagt, dass es keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung der Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher gäbe. Ihr Nachfolger Bundesminister Seehofer folgt ihr auf dem Fuße und kopiert sie perfekt. Er erklärt vor der Verabschiedung des Gesetzes, er sähe keine Gefahren "für Verbraucher und Umwelt". Völlig zu recht verbürgen sich beide, die abgewählte Ministerin und ihr Nachfolger, für die Unbedenklichkeit der Produkte der Züchtungsmethode Grüne Gentechnik. Die Anbaufläche für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen liegt inzwischen weltweit bei über 100 Millionen Hektar, 2 Millionen Landwirte bauen GVO an, jedes Jahr kommen neue Sorten hinzu. Für diese Anbausaison sind in allen Bundesländern mit Ausnahme der Stadtstaaten und dem Saarland Flächen zum Anbau mit Bt-Mais gemeldet. Aber trotz dieser Erklärungen tun beide, die abgewählte Ministerin und ihr Nachfolger alles, den Erfolg der Züchtungsmethode zu verhindern. Warum? Es sind ihre vordergründigen parteipolitischen Interessen, die sie motivieren. Da es keine Gefahr gibt, muss auch niemand geschützt werden. Es ist der mangelnde Mut, politische Führungskraft zu beweisen und den Menschen zu sagen, geprüfte und zugelassene Produkte dieser Züchtungsmethode haben sich längst einen ganz selbstverständlichen Platz auf unserem Teller, in unserem Kühlschrank erobert. Auch die neue EU-Ö

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Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

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