Schleswig-Holstein

Sonntag, 6. Januar 2008
Klimaforscher Prof. Dr. Hans von Storch: Klimawandel ja, Klimakatastrophe nein

"Der Klimawandel durch menschlichen (anthropogenen) Einfluss wie die Emission von Treibhausgasen ist nach Überzeugung der großen Mehrheit der Klimaforscher eine Tatsache. Die 'Klimakatastrophe' dagegen ist ein Medienkonstrukt. Wir müssen gleichzeitig den menschlichen Einfluss auf das Klima mindern und mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen lernen." Diese klare Botschaft vermittelte Klimaforscher Prof. Dr. Hans von Storch den rund 120 Gästen, die die FDP-Bundestagsabgeordnete, Dr. Christel Happach-Kasan, zu ihrem 4. Dreikönigstreffen begrüßte, darunter zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden, Politik und Verwaltung. In Ihrer Begrüßung nahm die Abgeordnete aus Bäk zu aktuellen Diskussionen in der FDP Stellung. Sie würdigte die hohe Qualität des kürzlich von Wolfgang Gerhardt vorgestellten Diskussionspapiers "Für Freiheit und Fairness' und verteidigte gleichzeitig Guido Westerwelle gegen den Vorwurf, er sei zu dominant: "Er ist der profilierteste Gegenspieler der Bundesregierung im Deutschen Bundestag. Seine Dominanz hat ihre Ursache auch darin, dass andere führende Liberale sich nicht so sehr in die Pflicht nehmen wie er." Leitthema ihrer Kritik an der Bundesregierung war die Orientierungslosigkeit ihrer Politik: "Diese Regierung hat keinen inneren Kompass. Wenn Frau Merkel vor Weihnachten noch gegen, nach Weihnachten aber für härtere Jugendstrafen ist, wenn Herr Glos erst die Mehrwertsteuer-Erhöhung mit beschließt, nun aber Steuersenkungen fordert, dann ist das purer Opportunismus. Eine Karikatur charakterisiert diese Regierung treffend: Die Kanzlerin prüft mit der Bahnkelle unter dem Arm mit nassem Zeigefinger, woher der Wind weht, um die Frage zu beantworten, wohin der nächste Zug fährt.' Hans von Storch ist einer von zwei Direktoren des "Instituts für Küstenforschung am GKSS Forschungszentrum in Geesthacht und Professor am Exzellenzentrum "CliSAP' / KlimaCampus der Universität Hamburg. Das ehemalige Mitglied des Weltklimarates beschrieb in seinem Vortrag "Klimawandel in Deutschland - Was ist bis jetzt geschehen und was bringt die Zukunft?' den weltweiten Klimawandel. Die größte Herausforderung weltweit sei es, die steigenden Emissionen von Treibhausgasen in bevölkerungsstarken Ländern wie China und Indien zu begrenzen. Diese strebten denselben Wohlstand an, wie wir ihn haben. Wir haben kein Recht, ihnen unseren Wohlstand zu verweigern. Deshalb sei für die Minderung der Treibhausgasemissionen die Entwicklung konkurrenzfähiger Innovationen wichtig, die einen wirtschaftlichen Vorteil böten. Der Wechsel zu Energiesparlampen diene dagegen nur dem subjektiven Wohlfühlen. Er widerlegte eindrucksvoll einige Mythen der Klimaforschung. Tatsache ist, die Sturmschäden nehmen zu. Die Ursache sei jedoch nicht, dass die Sturmereignisse und die Stärke der Stürme zunehmen, sondern, dass die zerstörte Infrastruktur inzwischen deutlich wertvoller sei als früher, ihre Zerstörung einen höheren Schaden bedeute. Die oft wegen höherer Sturmfluten an der Elbe vermutete Tatsache, die Stürme über der Nordsee würden immer schlimmer, trifft ebenfalls nicht zu: "Früher sind die Deiche früher gebrochen', erläuterte von Storch seinen Zuhörern und belegte das mit entsprechenden Aufzeichnungen über Stürme. Für Norddeutschland stellte er heraus, dass nur eine geringe Erwärmung zu erwarten sei. Die Veränderung der Niederschlagsverteilung sei dagegen deutlicher: Trocknere Sommer und nässere Winter. Die Landwirtschaftskammer müsse sich Gedanken machen, wie die Landwirtschaft dem begegnen könne. Diese Entwicklung ist nicht mehr zu ändern. Von Storch forderte abschließend eine klare Aufgabenteilung von Politik und Wissenschaft: "Die Wissenschaft beschreibt den Klimawandel und macht Aussagen, was bei den unterschiedlichen Szenarien geschehe. Politiker müssen für die unterschiedlichen, wissenschaftlich ermittelten Szenarien Handlungsoptionen entwickeln und den gesellschaftlichen Konsens für deren Umsetzung erarbeiten.'

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