Grüne Gentechnik

Donnerstag, 8. November 2007
Leserbrief zum Artikel 'Geparktes Gold' in der FAZ vom 07.11.2007

Vielen Dank für Ihren Artikel "Geparktes Gold" vom 07.11.2007 von Joachim Müller-Jung über die nicht länger hinnehmbare Verzögerung der Zulassung einer gentechnisch veränderten Reissorte, die die Vitamin-A-Mangelernährung wirkungsvoll beheben kann. Das Beispiel zeigt, westliche Nichtregierungsorganisationen bevormunden Entwicklungsländer in Fragen ihrer Ernährungssicherung. Hintergrund ist vermutlich, dass sie ein Nachlassen der Spendenbereitschaft befürchten, wenn sie sich der Grünen Gentechnik gegenüber aufgeschlossen zeigen würden. Das macht deutlich, dass wir in der Bewertung der Grünen Gentechnik dringend einen Paradigmenwechsel brauchen. Nicht die Wünsche satter Europäer sollten Maßstab der Bewertung der Grünen Gentechnik sein sondern die Erfordernisse der Bekämpfung von Hunger und Armut in den ärmsten Ländern der Erde. Zu den bereits in Ihrem Artikel genannten Argumenten für die Zulassung des "Golden Rice" möchte ich noch Weiteres hinzufügen: Wider besseren Wissens argumentieren Nichtregierungsorganisationen, dass eine Abhängigkeit von Saatgutunternehmen stattfinden würde. Beim Goldenen Reis kann dies nicht eintreten, da der Nachbau erlaubt sein wird und der humanitäre Gebrauch dieser Entwicklung eines deutsch-schweizerischen öffentlichen Forschungsteams kostenfrei sein wird (www.goldenrice.org). Vor dem Hintergrund einer steigenden Weltbevölkerung und sinkender Ackerländflächen insbesondere in den ärmsten Regionen der Erde hat die FDP Bundestagsfraktion anlässlich des Welternährungstages einen Antrag mit dem Titel "Biotechnologische Innovationen im Interesse von Verbrauchern und Landwirten weltweit nutzen - Biotechnologie ein Instrument zur Bekämpfung von Armut und Hunger in den Entwicklungsländern" verabschiedet. Der Antrag greift ebenfalls das Beispiel "Golden Rice" auf. Die Bundesregierung wird darin u.a. aufgefordert, darauf hinzuwirken, dass Institutionen wie z.B. die GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) im Einklang mit den Ergebnissen der Sicherheitsforschung und den Bestimmungen des Cartagena-Protokolls verstärkt in den Entwicklungsländern auf deren eigenständige Forschung und Nutzung gentechnisch verbesserter Sorten zur Überwindung von Armut und Hunger zu setzen.

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