Ernährung

Freitag, 19. Oktober 2007
Happach-Kasan: Milchforschungsstandort Deutschland in Gefahr

Zur Vorlage der Studie "Deutschland braucht eine leistunsfähige, zukunftsorientierte Milchforschung", die im Auftrag des Deutschen Milchindustrieverbands erstellt wurde, erklärt die Agrarexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan: Die Milchwirtschaft ist der umsatzstärkste Sektor der deutschen Agrarwirtschaft, die Milchindustrie der bedeutendste Zweig der Ernährungswirtschaft mit einem Umsatz von 20,5 Milliarden Euro. Sie erzielt 4,2 Milliarden Euro durch Exporterlöse, so die Daten der aktuellen Studie. Im Fazit stellt die Studie jedoch fest: "Der Milchforschungsstandort in Deutschland ist in Gefahr, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren." Die Studie unterstreicht damit die Analyse des Wissenschaftsrates Ende 2006, in der kritisiert wird, dass durch Stellenkürzungen Forschungskapazitäten in unverantwortlicher Weise geschwächt worden seien. Die Bundesregierung hat mit ihrem Ressortforschungskonzept darauf keine Rücksicht genommen. Die Studie stellt dar, dass im Bereich Milchforschung ein drastischer Stellenabbau erfolgt ist, so dass dieser Bereich seine Aufgaben nur noch unzureichend erfüllen kann. Während in den Nachbarländern Dänemark und den Niederlanden die Milchforschung gestärkt wurde, geht Deutschland den entgegegengesetzten Weg. Gleichzeitig steht die Milchindustrie vor zahlreichen neuen Herausforderungen, denen sie mit Forschung und Innovationen begegnen muss. Es gibt einen zunehmenden internationalen Wettbewerb um den Rohstoff Milch. Milchbestandteile sind Rohstoffe für neuartige Lebensmittel; die Health Claim Verordnung der EU fordert verstärkte Nachweispflichten bei Werbung mit gesundheitsfördernden Aussagen. Die angedachten Forschungskapazitäten können diesen Herausforderungen nicht mehr gerecht werden. Die FDP hat deshalb bereits sehr frühzeitig in Schleswig-Holstein und im Bund eine Änderung des Ressortforschungskonzepts angemahnt, damit dieses den wachsenden Anforderungen im Themenfeld Ernährung gerecht werden kann. Die Bundesregierung hat in diesem Bereich jegliches Einsichtsvermögen vermissen lassen.

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