Grüne Gentechnik

Sonntag, 1. Januar 2006
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage 'Bekämpfung des Vordringens des Maiswurzelbohrers mit Hilfe resistenter Sorten'

Deutscher Bundestag Drucksache 15/4226 15. 11. 2004 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage Bekämpfung des Vordringens des Maiswurzelbohrers mit Hilfe resistenter Sorten Vorbemerkung der Fragesteller: Mais (Zea mays) ist weltweit die wichtigste Nahrungs-und Futterpflanze vor Reis und Weizen mit einem Jahresertrag von über 600 Mio. t. Ursprünglich stammt Mais aus Mittelamerika und wurde dort aus dem Wildgras Teosinte durch Selektion in enormer Formenvielfalt entwickelt. 1493 brachte Columbus die ersten Maiskörner nach Europa, vor etwa 100 Jahren wurde Mais als "Welschkorn' erstmals in Südbaden angebaut. In den letzten 50 Jahren wurden Sorten entwickelt, die die tropische Pflanze an das gemäßigte Klima angepasst haben. Mais ist auf Grund seines besonderen Stoffwechsels als C4-Pflanze in der Lage, CO2 sehr effektiv zu assimilieren. Gegenüber einer Wiese produziert ein Maisacker um etwa 20 % mehr Biomasse. In Deutschland wurden im ver gangenen Jahr etwa 3,4 Mio. t Mais geerntet und 900 000 t aus Frankreich im portiert. Mais ist eine wichtige Futterpflanze, Maismehl für Zöliakiekranke von besonderer Bedeutung, da es glutenfrei ist. Der Maisertrag wird zunehmend durch eingeführte Schadinsekten gefährdet. 1910 wurde der Maiszünsler ein geführt, der inzwischen bis zum Oderbruch vorgedrungen ist. Seit 1992 breitet sich von Belgrad aus der Maiswurzelbohrer aus, ein Schadinsekt, das mit dem Kartoffelkäfer verwandt ist und das in den USA in jedem Jahr Ertragsausfälle in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar verursacht. In den USA wurde eine mit den Me thoden der Gentechnik gezüchtete Bt-Maissorte entwickelt, die gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist. Die Zulassung dieser Sorte in der EU ist strittig. Vorbemerkung der Bundesregierung Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera Le Conte) verursacht in den USA nicht ausschließlich Ertragsausfälle in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar, sondern Pflanzenschutzaufwendungen und Ertragsausfälle in dieser Höhe. 1. Ist der westliche Maiswurzelbohrer inzwischen in Deutschland nachgewiesen worden, und wenn ja, wo? Gegenwärtig ist der Westliche Maiswurzelbohrer noch nicht in Deutschland nachgewiesen worden (Stand Oktober 2004). Zur Überwachung der Befallssituation wird ein Monitoring mit Fallen in allen Maisanbauregionen Deutschlands entsprechend der Leitlinie zur Durchführung von amtlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Westlichen Maiswurzelbohrers durchgeführt. Diese Leitlinie ist im Bundesanzeiger veröffentlicht worden (BAnz S. 17473). Die endgültigen Daten zum Monitoring 2004 werden erst nach Abschluss der Saison zum 30. November 2004 von den Bundesländern an die Biologische Bundesanstalt für Land-und Forstwirtschaft (BBA) übermittelt werden. Ein Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers ist von den Bundesländern der BBA bislang nicht gemeldet worden. Die Wahrscheinlichkeit, noch Käfer im Oktober/ November in Deutschland zu fangen, wird als gering beurteilt, d. h. vermutlich ist Diabrotica in 2004 nicht in Deutschland aufgetreten. 2. Welche Kenntnisse über die Ausbreitungswege des Maiswurzelbohrers in Europa bestehen? Zu Beginn der 90er Jahre wurde der Maisschädling nach Europa (Jugoslawien) eingeschleppt. Seitdem breitet sich der Schädling aus, wobei als Ausbreitungswege in erster Linie die Verschleppung über große Entfernungen mit Transportmitteln (Flugverkehr, Bahn und Lkw) aus Befallsländern und die natürliche Ausbreitung des Käfers durch sein Flugvermögen von Bedeutung sind. Die aktuelle Ausbreitungssituation in Europa wird durch ein Monitoring in den Mais anbauenden Ländern erfasst. In der Europäischen Union besteht seit 2004 für alle Mais anbauenden Länder die Pflicht, amtliche Untersuchungen als Monitoring durchzuführen. Dies ist im Rahmen der EG-Entscheidung 2003/766/EG über Sofortmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Schadorganismus Diabrotica virgifera Le Conte in der Gemeinschaft vom 24. Oktober 2003 geregelt. Darüber hinaus wurden in der BBA Untersuchungen zu möglichen Ausbreitungsszenarien des Westlichen Maiswurzelbohrers in Deutschland durchgeführt. Die aktuelle Situation stellt sich wie folgt dar: a) stark befallene Länder: Jugoslawien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Ungarn b) Befall in Ausbreitung: Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Ukraine, Italien (Lombardei/Piemont), Tschechien, Ö

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