Schleswig-Holstein

Mittwoch, 26. September 2007
Nach Trafo- Einbau: FDP-Politiker informieren sich im Kernkraftwerk Krümmel

Die Vorgänge im Kernkraftwerk nach dem Brand des Transformators auf dem Betriebsgelände sowie die Zukunftsaussichten des Kernkraftwerks Krümmel standen im Mittelpunkt eines Gespräches im Kernkraftwerk Krümmel. Die FDP-Bundestagsabgeordnete, Dr. Christel Happach-Kasan und ihre Kollegen Dieter Ruhland (FDP-Kreistagsfraktion), sowie der Prof. Dr. Hans-Georg Priesmeyer, (FDP-Ratsfraktion Geesthacht), besichtigten das Kraftwerk und diskutierten mit KKK-Betriebsleiter Hans-Dieter Lucht, sowie dem Leiter Kommunikation von Vattenfall, Ivo Banek. Auslöser für den Brand im Transformator war nach jetzigen Erkenntnissen ein Kurzschluss. Um in Zukunft einen Transformatorbrand auszuschließen, sollen am Kernkraftwerk Krümmel die Transformatoren kontinuierlich durch Beprobung des Transformatoröls überwacht werden. Das erwartet die FDP-Fraktion für alle großen Transformatoren: Als Teil des Stromnetzes stehen sie z.B. in Umspannwerken auch inmitten von Wohngebieten. Weder der Brand noch die in der Folge durchgeführte Reaktorschnellabschaltung haben zu Freisetzungen von Radioaktivität geführt. Dieses Ergebnis hätten die in Kiel zusammengeführten Daten der Kraftwerksfernüberwachung bestätigt, erfuhren die FDP-Politiker. Auch die Rauchwolke des Brandes habe keine schädlichen Gase enthalten. Der Trafo-Brand wurde von der Feuerwehr kompetent gelöscht, 1,8 Millionen Liter ölverschmutztes Löschwasser wurden aufgefangen, so dass eine Belastung von Elbe, Grundwasser und Kanalisation vermieden werden konnte. Nach Meinung der FDP-Abgeordneten belegt das alles, dass auch in einer solchen Situation der sichere Betrieb des Kernkraftwerks gewährleistet war und ist. Nach noch immer vorläufiger Bewertung ist der Zwischenfall in Krümmel in keine INES-Meldekategorie einzuordnen (INES 0). Dem hat auch Bundesumweltminister Gabriel bisher nicht widersprochen. Die internationale Atomenergiebehörde IAEO bewertet die Ereignisse in Kernkraftwerken nach einer siebenstufigen Skala von Stufe 1, Störung, Abweichung vom normalen Betrieb der Anlage, bis Stufe 7, Katastrophaler Unfall. Der Brand in Krümmel läge demnach unter dieser Meldeschwelle. Industrieanlagen - und dazu gehören auch Kernkraftwerke - erfordern ein hohes Maß an Verantwortung vom Betreiber. Die fachliche Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden muss sich im Interesse der Sicherheit der Bevölkerung allein sachlichen Kriterien orientieren. Die politische Befürwortung oder Ablehnung einer Technologie darf die fachliche Kontrolle nicht beeinflussen. Damit erteilte Happach-Kasan dem "ausstiegsorrientierten Gesetzesvollzug" eine Absage: "Auch vom TÜV erwarte ich, dass er mein Auto nicht nach Vorliebe oder Abneigung gegenüber bestimmten Marken prüft, sondern ob es sicher ist oder nicht." Gegenwärtig sind in Schleswig-Holstein zwei Kernkraftwerke abgeschaltet. Deshalb ist die Stromproduktion durch die Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke verstärkt worden. Für die FDP ist der Betrieb der Kernkraftwerke eine wichtige Voraussetzung, um die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Weltweit werden neue Kernkraftwerke gebaut, wird die Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerke verlängert. Wir gewinnen keine erhöhte Sicherheit, wenn wir unsere Kernkraftwerke vorzeitig abschalten, vernichten dabei Kapital und lenken Finanzmittel in den Bau von Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Diese Mittel stehen dann zum Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zur Verfügung.

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