Grüne Gentechnik

Mittwoch, 12. September 2007
Offener Brief zum Beitrag 'Von der Grünen Revolution zur Grünen Gentechnik' von G. Höpping-Schwabe in der 'reform rundschau', September 2007

Es ist menschenverachtend, den enormen Erfolg der Grünen Revolution kleinzureden. Nur satte Menschen regen sich über die Steigerung von Ernteerträgen auf. Für hungernde Menschen liegt darin Hoffnung. Die Grüne Revolution ist nicht "kläglich gescheitert', wie Höpping-Schwabe schreibt, sondern sie trägt dazu bei, dass trotz wachsender Weltbevölkerung in den letzten 30 Jahren der Anteil hungernder Menschen von 37% auf 17% gesunken ist. Zurzeit leben 6 Milliarden Menschen auf der Erde, 1950 waren es etwa 2 Milliarden. Nur die Grüne Revolution mit der Züchtung ertragreicher Sorten, der Verbesserung der Agrartechnik hat es möglich gemacht, dass so viele Menschen ernährt werden können. Und doch musste auf der Jahreskonferenz der FAO im November 2006 in Rom Generalsekretär Jaques Diouf mitteilen, dass die Zahl der weltweit hungernden Menschen inzwischen wieder über 850 Millionen Menschen beträgt. Der Autor nennt die Grüne Gentechnik "gefährlich". Doch über tatsächliche Schäden der Natur, der Gesundheit von Menschen oder Tieren durch den seit 11 Jahren betriebenen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verliert er kein Wort. Es gibt sie nicht. Auch deshalb nehmen die Anbauflächen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auf der ganzen Welt kontinuierlich zu. Ebenso nimmt die Zahl der Kulturpflanzen zu, die mit gentechnischen Methoden züchterisch bearbeitet werden. Weltweit wurden allein im letzten Jahr bereits auf mehr als 100 Millionen Hektar Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Das entspricht einem Anteil von etwa 7% der gesamten Ackerfläche auf der Erde (ca. 1,4 Mrd. Hektar). In 2006 stieg die Zahl der Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, zum ersten Mal auf über 10 Millionen an. Die französische Forschergruppe Criigen hat keine Fütterungsversuche mit der gentechnisch veränderten Sorte MON 863 durchgeführt. Sie hat im Auftrag von Greenpeace die von Monsanto durchgeführten Versuche erneut ausgewertet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), das Robert Koch Institut, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR) und verschiedene weitere Institute in Europa bewerten den Mais als sicher. Angesichts der stetig gestiegenen Qualität unserer Nahrungsmittel haben wir gute Gründe sowohl der EFSA wie auch dem Bundesinstitut für Lebensmittelsicherheit zu vertrauen. In den USA und in Kanada wird der Mais seit 2004 mit Erfolg verfüttert. Bt-Mais enthält ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt). Dadurch produziert er ein Protein, das für verschiedene Insektenarten giftig wirkt. Insekten und Säugetiere stellen sehr unterschiedliche Ansprüche an ihre Nahrung. Wir wissen wir alle, dass Knollenblätterpilze für den Menschen hochgiftig sind. Von Schnecken und verschiedenen Fliegen- und Käfermaden werden diese Pilze jedoch ohne jeglichen Schaden gefressen. GVO-Mais wurde im letzten Jahr weltweit auf über 20 Millionen Hektar angebaut, davon etwa zwei Drittel Bt-Mais. In Spanien steht Bt-Mais in diesem Jahr auf 70 000 Hektar und in Frankreich verfünffachte sich die Fläche auf 25 000 Hektar. Bt-Mais wird in den Befallsgebieten des Maiszünslers angebaut, eines Schadinsekts, das große Ernteverluste verursachen kann, im letzten Jahr z. B. in Höhe von 11 Mio. Euro allein in Deutschland. In Bayern wurde eine Langzeitstudie zur Umweltverträglichkeit von Bt-Mais durchgeführt. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Anbau von Bt-Mais naturverträglicher ist, als die Bekämpfung des Maiszünslers mit chemischen Pflanzenschutzmitteln. Damit ist Bt-Mais eine Antwort auf das Buch von Rachel Carlson "Der stumme Frühling". Weitere Informationen sind auf den Internetseiten www.biosicherheit.de und www.transgen.de zu finden.

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