Ernährung

Mittwoch, 19. Januar 2005
Aktuelle Stunde 'Haltung der Bundesregierung zu überhöhten Dioxinwerten in Hühnereiern aus Freilandhaltun

(Es gilt das gesprochene Wort!)



Anrede,



Die erhöhten Dioxinwerte bei Freilandeiern haben die Grünen auf dem falschen Bein erwischt und nun stolpern sie. Das von den Grünen gesungene Loblied auf die Freilandhaltung von Legehennen zeigt in der Praxis Schatten.

Wir sind uns alle einig, wir wollen keine Dioxine in Eiern. Wir möchten einen möglichst hohen Standard beim Verbraucherschutz und zwar ganz unabhängig davon, ob die Nahrungsmittel von ökologisch wirtschaftenden oder konventionell wirtschaftenden Betrieben stammen. Verbraucherschutz ist unteilbar.

Ich will vorausschicken, dass die Grenzwerte für Dioxin in Eiern, die zurzeit gültig sind, nur deshalb eingehalten werden können, weil die Vorgängerregierungen von rot-grün sich intensiv um die Reinhaltung der Luft gekümmert haben.

Das fing 1971 an mit der Verabschiedung des Benzin-Blei-Gesetzes. An Grüne war damals nicht zu denken. Es folgte 1974 das Bundesimmissionsschutzgesetz, 1984 die Einführung des Katalysators, 1986 die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft. Damit wurden entscheidende Meilensteine für die Reinhaltung der Luft gesetzt. Diese Gesetze und Verordnungen haben dazu geführt, dass die Hintergrundbelastungen im Bereich Dioxin in den letzten Jahren deutlich vermindert wurden.

Diese Maßnahmen sind Voraussetzung dafür, dass die jetzt geltenden Grenzwerte überhaupt eingehalten werden können. Die Dioxinbelastung von Nahrungsmitteln wurde in den letzten 20 Jahren um 60% vermindert.

Wir alle wissen, dass es bei Hühnereiern zwei Eintrittspfade für Dioxine gibt: Der eine ist der Boden, in dem Hühner picken - bei Freilandhaltung -, der andere sind die Futtermittel. Es ist daher keine Überraschung, dass Eier aus Freilandhaltung generell eine höhere Dioxinbelastung haben als Eier aus anderen Haltungsformen. Es ist klar, dass das Risiko der Dioxinbelastung bei Eiern aus Freilandhaltung allein theoretisch höher sein muss, und wir sehen, dass die Untersuchungsergebnisse diesen theoretischen Überlegungen folgen.

Die FDP hat immer kritisiert, dass die Grünen in der Diskussion um die Haltung von Legehennen nur ein einziges Kriterium berücksichtigt haben, nämlich den Platzbedarf eines Huhnes. Kein anderes Kriterium ist von den Grünen bei Diskussionen um die Hennenhaltung prominent genannt worden. Immer war der Raumbedarf das entscheidende Kriterium bei der Beurteilung von Haltungsformen.

Die Grünen haben sich nicht beschäftigt mit der artgerechten Ernährung, mit dem Problem des Federpickens, des Kannibalismus, der hohen Mortalitätsraten. Es ging den Grünen somit nicht um den Tierschutz, sondern allein der Raumbedarf stand im Vordergrund.

Genauso wurde der Verbraucherschutz vernachlässigt, indem Hygiene und Tierarzneimittelbedarf unberücksichtigt blieben.

Weiter haben Sie versucht, die verschiedenen Haltungsformen gegeneinander auszuspielen - zum Nachteil der Betriebe.

Wir wissen, dass es in Deutschland eine qualitativ sehr hochwertige Lebensmittelproduktion gibt. Das gilt für die Eierproduktion wie auch für alle anderen Bereiche der Landwirtschaft. Wir als FDP wollen nicht, dass irgendein Bereich diskreditiert wird, wie Sie das unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes tun. Im Prinzip meinen Sie nämlich ausschließlich grüne Klientelinteressen und nichts anderes.

Wir brauchen keine ideologische sondern eine sachorientierte Diskussion. Kollege Priesmeier hat dies heute im Ausschuss angesprochen. Er hat darauf hingewiesen, dass wir die Kriterien: Tierschutz, Verbraucherschutz, Kosten bei der Beurteilung aller Haltungsformen in gleicher Weise berücksichtigen müssen.

Ich will zunächst auf den Tierschutz hinweisen: Es geht nicht nur um Platzbedarf und artgerechtes Verhalten. Es geht in gleicher Weise auch um die artgerechte Ernährung, die Mangelerscheinungen wie dem Federpicken vorbeugt, und um die Mortalitätsraten bei den verschiedenen Haltungsformen. Mortalitätsraten sind der deutlichst mögliche Hinweis überhaupt, dass Tiere nicht artgerecht gehalten werden. Sie sind in der Freilandhaltung wesentlich höher als bei anderen Haltungsformen.

Nächstes Kriterium ist der Verbraucherschutz: die Hygiene, der Geschmack, und der Arzneimittelbedarf. Die hygienischen Herausforderungen der Freilandhaltung sind größer, der Arzneimittelbedarf ist höher, denn die Gefahr des Eintrags von Krankheiten ist größer.

Ein entscheidendes Kriterium sind die Kosten. Eine nur in Deutschland geltende Verordnung, die die Kosten hochtreibt, setzt sich selbst außer Kraft, denn dann verlagert sich die Legehennenhaltung ins Ausland. Dies können wir schon jetzt beobachten.

Im Fazit müssen wir feststellen: Die Weichenstellungen, die grüne Politik für die Landwirtschaft in Deutschland zu verantworten hat, vertreiben Arbeitsplätze aus Deutschland. Die Qualität der Lebensmittel wird dadurch nicht besser.

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