NaWaRo / Wald

Montag, 16. Juli 2007
HAPPACH-KASAN: Neun Todesfälle bei der Aufarbeitung von Wurfholz nach dem Orkan Kyrill sind zu viel

Zur Beantwortung der Kleinen Anfrage "Notwendige Forstschutzmaßnahmen nach dem Orkan Kyrill' erklärt die Forstexpertin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN: Neun Todesfälle bei der Aufarbeitung der über 37 Millionen Kubikmeter Wurfholz nach dem Orkan Kyrill und über 700 teilweise schwere Unfälle zeigen, wie gefährlich die Aufarbeitung des Holzes ist. Das Aufarbeiten von Wurfholz, das nach einem Orkan kreuz und quer und teilweise unter extremer Spannung im Wald liegt, erfordert ein hohes Fachwissen und viel Erfahrung. Vorschläge von Seiten der Regierungskoalition, Arbeitslose für diese Arbeiten einzusetzen, unterschätzen das Gefährdungspotential und sind völlig verantwortungslos. Auf Grund der späten Beantragung durch die Bundesregierung ist noch keine Bewilligung der Gelder aus dem EU-Solidaritätsfonds erfolgt. Erst einen Tag vor dem Ende der Frist zur Beantragung von Mitteln aus dem EU-Solidaritätsfonds hatte die Bundesregierung endlich den Antrag auf Mittelzuweisung gestellt. Heute, fast sechs Monate nach dem Sturm, hat die EU die Mittel noch immer nicht bewilligt. Dies ist auch auf die späte Beantragung zurückzuführen. Über 37 Millionen Kubikmeter Holz wurden durch den Orkan geworfen. Das ist mehr als die Hälfte des jährlichen Holzeinschlags in Deutschland. Die Aufarbeitung des Wurfholzes wird bis ins nächste Jahr dauern, so die Bundesregierung in der Beantwortung der Anfrage. Am stärksten betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Thüringen. Die Bundesregierung befürchtet auf Grund des milden Winters und der großen lagernden Holzmengen eine Borkenkäferkalamität. Bereits Ende Mai, deutlich früher als in anderen Jahren, sind die ersten Jungkäfer geschlüpft. Möglicherweise wird es in diesem Jahr daher drei Käfergenerationen geben. Die jetzige warme Witterung beschleunigt zusätzlich das Heranwachsen einer weiteren Käfergeneration. Zum Schutz der Wälder vor einer weiteren Ausbreitung der Käfer könnte ein erhöhter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erforderlich werden. Durch den Umbau der Wälder in stabile Mischbestände kann regional Sturmschäden vorgebeugt werden. Dennoch wird es immer Sturmschäden geben. Eine Minderung des hohen Gefährdungspotentials bei der Aufarbeitung von Wurfholz kann durch hoch mechanisierte Arbeitsverfahren, den Einsatz von Harvestern, Raupen etc., erreicht werden. Auf Grund der Klimaänderungen werden vermehrt Stürme und Orkane erwartet. Deshalb muss verstärkt in die Technik investiert werden, damit das Aufarbeiten von Wurfholz sicherer wird, weniger Menschen gefährdet werden.

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