Grüne Gentechnik

Donnerstag, 21. Juni 2007
Happach-Kasan: Genbank in Gatersleben wichtiges Instrument der Pflanzenzüchtung

Zur Beratung im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz des Deutschen Bundestags über Freisetzungsversuche in Gatersleben erklärt die Agrarexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan: Wer in der Durchführung von Freisetzungsversuchen auf dem Gelände des Leibnitzinstituts in Gatersleben eine Gefährdung der Genbank sieht, sollte dafür kämpfen, dass Freisetzungsversuche von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht zerstört werden. Die Ansiedlung der Versuche auf dem Gelände begründete der Leiter des Leibnitz-Instituts, Prof. Dr. Andreas Graner, in der letzten Sitzung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter anderem mit den zahlreichen Zerstörungen von Freisetzungsversuchen in Deutschland. Erst kürzlich ist beispielsweise in Hessen ein Gerstenfreisetzungsversuch, der der biologischen Sicherheitsforschung dient, von Anti-Gentechnik-Aktivisten zerstört worden. Auf Antrag der FDP-Fraktion hatte der Deutsche Bundestag im vergangenen Jahr über die Zerstörung von Freisetzungsversuchen wie auch Wertprüfungen diskutiert. Die Koalition hatte den Antrag, der auch Vorschläge zum besseren Schutz der Freisetzungsversuche wie auch der Wertprüfungen enthielt, als überflüssig bezeichnet. Die jetzigen Zerstörungen zeigen, dass dies eine Fehleinschätzung war. Die Zerstörungen verursachen Schäden in Millionenhöhe. In der Genbank in Gatersleben werden 150 000 verschiedene Pflanzenmuster von 750 Gattungen und 3000 Arten aufbewahrt. Etwa alle 20 Jahre müssen die Samen vermehrt werden, damit sichergestellt ist, dass die Genbank keimfähige Samen aufbewahrt. Das bedeutet, dass etwa 7500 Muster in jedem Jahr vermehrt werden müssen. Es ist eine logistische Meisterleistung des Instituts, dass es in den mehr als 60 Jahren der Existenz der Genbank gelungen ist, die vielen verschiedenen Pflanzensorten zu vermehren, ohne dass es zu Vermischungen gekommen ist. Graner führte aus, dass einfache pflanzenbauliche Maßnahmen diesen Erfolg gewährleisten. So wird der selbstbefruchtende Weizen in Parzellen mit einem gegenseitigen Abstand von 1,5 Metern sortenrein vermehrt, fremdbefruchtende Arten wie zum Beispiel Roggen in Isolierparzellen im Abstand von 250 Metern. Zum Vergleich beim Freisetzungsversuch mit Weizen wird ein Abstand von 500 Metern zu den Vermehrungsflächen gewahrt. Eine gegenseitige Befruchtung ist ausgeschlossen. Es gibt somit doppelte Sicherheit: Hosenträger und Gürtel. Einwendungen gegen die Versuche haben keinen sachlichen Hintergrund. Unbegründeten Sorgen muss durch Transparenz begegnet werden.

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