Grüne Gentechnik

Donnerstag, 21. Juni 2007
Leserbrief zum Beitrag 'Gentechnik: Honig nicht mehr verkehrsfähig?'
im Bienen-Journal Ausgabe 6/2007, S. 6

Honig ist ein Premiumprodukt und ohne Zweifel verkehrsfähig, egal ob die Bienen Pollen von Bt-Pflanzen gesammelt haben oder nicht. Als tierisches Produkt unterliegt Honig gemäß Abwägungspunkt 16 der Verordnung (EG 1829/2003) nicht der Kennzeichnungspflicht. Die bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft hat 2004 auf 10 Flächen einen Erprobungsanbau mit Bt-Mais durchgeführt und dabei insbesondere an den drei staatlichen Standorten in Schwarzenau, Grub und Baumannshof auch den Eintrag von Pollen in den Honig überprüft. Dabei ergab sich: 1. Im Honig selbst ist Maispollen-DNA allenfalls in Spuren nachweisbar. Die ermittelten Werte liegen häufig an der Nachweisgrenze. In einigen Fällen war auch Pollen von Bt-Mais zu identifizieren. Die DNA-Mengen waren jedoch zu gering, um eindeutige Werte bestimmen zu können. 2. Ein möglicher Eintrag von GVO-Pollen lässt sich fast vollständig reduzieren, wenn die Bienenvölker nicht in unmittelbarer Nähe der Maisfelder stehen. 3. Maispollen ist für die Bienen selbst in unmittelbarer Nähe kaum noch attraktiv, wenn die Völker bereits vor Beginn der Maisblüte aufgestellt werden. Die Bienen haben sich bereits andere Trachtquellen gesucht und fliegen die blühenden Bt-Maisfelder nicht mehr an. (www.transgen.de) Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse bezweifele ich sehr, dass es den Interessen der Imker dient, das Premiumprodukt Honig mit der polarisiert und hoch emotional geführten Diskussion um den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Zusammenhang zu bringen. Das Urteil in Augsburg muss sehr kritisch gesehen werden und dürfte wohl keinen Bestand haben. Pollen von GVO-Pflanzen werden nur auf Grund der Fähigkeit, bei der Befruchtung DNS zu übertragen, als Organismus angesehen. Pollen in Honig hat diese Fähigkeit verloren und ist daher kein Organismus. Daher haben die Frankfurter Richter deutlich weiser geurteilt als die Augsburger Richter. Die Imker sollten sehr kritisch für sich bewerten, ob die Anti-Gentechnik-Bewegung wirklich ihren Interessen dient, oder ob die Imker nicht nur benutzt werden, weil Honig ein angesehenes Produkt ist. Ist es für die Imker wirklich sinnvoll, Geld für Rechtsanwälte und Gerichtsverfahren auszugeben, statt in die Werbung um Nachwuchs und in die Ausbildung der Imkerinnen und Imker zu investieren?

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