Fischerei

Freitag, 8. Juni 2007
Happach-Kasan: Bundesregierung muss gegen illegalen Fischfang vorgehen

Anlässlich des heutigen "Tag des Meeres' erklärt die Fischereiexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan: Die fischereiliche Nutzung der Meere hat sich in den letzten vier Jahrzehnten vervierfacht. Nach Angaben der FAO sind mittlerweile weltweit dreiviertel der fischereilich genutzten Fischarten überfischt oder werden bis an die Grenze der Regenerationsfähigkeit ausgebeutet. Von den mehr als 24 000 Fischarten werden etwa 200 Arten fischereilich genutzt, 20 Fischarten erbringen 40 Prozent des Gesamtertrages. Konstante Überfischung hat dazu geführt, dass zum Beispiel der Bestand des nordwestatlantischen Kabeljaus in den letzten Jahrzehnten zusammengebrochen ist. Selbst in den Meeren vor unserer Haustür, in Nord- und Ostsee, sind Fischbestände von der Überfischung bedroht. Eine Ursache ist der illegale, unkontrollierte und undokumentierte Fischfang. Dieser hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Bei einigen Fischbeständen wird derzeit etwa ein Drittel illegal gefangen. Nach einer WWF-Studie erbringt allein der illegale Fischfang in der Hochsee den Betreibern etwa eine Milliarde Euro jährlich. Die FDP-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, ihre Anstrengungen zur Bekämpfung des weltweiten illegalen Fischfangs zu verstärken. Internationale und nationale Initiativen zur Eindämmung dieser kriminellen Fischerei müssen künftig stärker unterstützt werden, damit eine nachhaltige Fischerei auch weiterhin möglich ist. Dazu leistet das Marine Stewardship Council (MSC) einen Beitrag. Sowohl in der westlichen als auch der östlichen Ostsee sind die Dorschbestände in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die Bundesregierung stellt in Beantwortung einer Kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion "Zur Problematik der illegalen, undokumentierten und unkontrollierten Fischerei (IUU)' (Drucksache 16/4386) fest, dass in der Ostsee-Fischerei die Auswirkungen des illegalen Fischfangs auch für deutsche Fischer signifikant seien. Die Bekämpfung der illegalen Fischerei sei ein Ziel der EU-Ratspräsidentschaft im Fischereibereich. Managementmaßnahmen wie die Quotenreduzierung, eine Beschränkung der Fangtage und saisonale Schließungen großer Fangbereiche sollen den Erhalt des Dorschs in der Ostsee sicherstellen. Nach Angaben des International Council for the Exploration of the Sea (ICES) betrugen die geschätzten Dorsch-Schwarzanlandungen im Bereich der östlichen Ostsee in den vergangenen fünf Jahren jeweils über 25 Prozent der legalen Fänge. Diese illegale Nutzung des Dorschbestandes führt zu immer weiter reduzierten Quoten für die legale Fischerei in der gesamten Ostsee und gefährdet mittlerweile die deutschen Fischer akut in Ihrer Existenz.

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